Huffpost Germany

Schwere Vorwürfe gegen Erdogan: Hat er seinen Abschluss gefälscht?

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ERDOGAN
Anadolu Agency via Getty Images
Drucken
  • Der türkische Präsident Erdogan hat sein Uni-Diplom veröffentlicht
  • Er reagierte damit auf Vorwürfe der oppositionellen Partei, die an seinem Abschluss gezweifelt hatte
  • Durch das Dokument werden allerdings ganz neue Zweifel aufgeworfen

Laut eigener Aussage hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan 1981 sein Studium am Wirtschaftsinstitut der Maramara Universität in Istanbul abgeschlossen.

Einen Beweis hierfür gab es bisher allerdings keinen. Deshalb wurde der Lebenslauf des Präsidenten zuletzt häufig angezweifelt. Aus einem entscheidenden Grund: Ohne Diplomabschluss wäre Erdogan für das Amt des Präsidenten der Türkei nicht qualifiziert.

Sowohl auf Social-Media-Kanälen als auch im türkischen Parlament wurde eine Forderung deshalb immer lauter: "Ya Diploma Ya İstifa" – zu deutsch etwa: "Zeig uns dein Diplom, oder tritt ab!"

Erdogan hat geliefert

Dieser Forderung ist der türkische Präsident nun nachgekommen, berichtet "Spiegel Online". Die Diplomurkunde des Präsidenten liegt demnach der oppositionellen Partei der Demokratie der Völker (HDP) seit letzter Woche vor. Auf Twitter teilte die Partei eine Fotografie des Dokuments.

Doch: Statt die Vorwürfe zu entlasten, scheint das Dokument nur noch mehr Fragen aufzuwerfen.

Mit dieser Urkunde stimmt was nicht

Das erste Problem ergibt sich aus der angegeben Jahreszahl: Das Diplom ist auf das Jahr 1981 datiert. Die Universität wurde aber erst ein Jahr später gegründet. Auch der Dekan und Rektor, deren Unterschriften auf dem Dokument zu sehen sind, traten erst 1982 ihr Amt an.

Laut "Spiegel Online" merkten zudem Grafiker an, dass die Schriftarten, die für das Diplom verwendet worden waren, im Jahr 1981 noch nicht existierten.

Selbst Universität bestätigt Erdogans Abschluss nicht

Zudem soll die Nahverkehrsgesellschaft Instanbul auf ihrer Seite angeben, dass Erdogan bis 1981 bei ihnen in Vollzeit beschäftigt worden war.

Auch die Universität kann die Fälschungsvorwürfe nicht entkräften. Gegenüber der "BBC" ließ diese wissen, dass die von Erdogan angegebene Fakultät nie existiert habe. Ein Jahr später sei allerdings ein Institut mit einem ähnlichen Namen gegründet worden.


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

Auch auf HuffPost:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Erdogan zeigt, wie sehr er die Werte des Westens verachtet

(tos)