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Reaktionen auf das Deutschland-Spiel: "Wir haben zu wenig Lösungen gehabt"

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Bundestrainer Jögi Löw beim Spiel gegen Polen | Alexander Hassenstein via Getty Images
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Weltmeister Deutschland hat den vorzeitigen Einzug ins EM-Achtelfinale verpasst. Sieben Monate nach der Terrornacht von Paris trennte sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Stade de France vom Dauerrivalen Polen 0:0. Den angepeilten Gruppensieg kann das Team von Bundestrainer Joachim Löw erst am Dienstag im Pariser Prinzenpark gegen Nordirland klarmachen.

Die Reaktionen nach dem Spiel zeigten viel Enttäuschung. Bundestrainer Jogi Löw fand den Spielausgang zumindest gerecht.

Insgesamt ist das Unentschieden vollkommen gerecht. In der Defensive haben wir gut gespielt, kaum Chancen zugelassen. Im Spiel nach vorn haben wir nur wenige Lösungen gefunden. Wir müssen jetzt mal mit dem einen Punkt leben. Die Einstellung hat schon gestimmt. Aber wir haben zu wenig Lösungen gehabt, uns durchzukombinieren. Polen hat das gut gemacht, unsere Spieler gut zugestellt, wir hatten wenig Raum. Wir werden uns qualifizieren und das erreichen, was wir wollen. In der Gruppenphase ist es ein Abnutzungskampf. In der K.o.-Phase wird es wahrscheinlich auch ein bisschen offener.

Jérôme Boateng ging nach dem Spiel mit der Mannschaft hart ins Gericht.

Wir können froh sein, dass wir 0:0 gespielt haben. Wir haben kein Eins-zu-Eins-Duell in der Offensive gewonnen. Wir haben uns als Mannschaft gut defensiv verhalten, besser als gegen die Ukraine. Aber offensiv hat viel gefehlt.

Der ehemalige Fußballprofi Mario Basler hatte einen Spieler ganz besonders im Visir. "Hätte ich die Ecken früher so geschossen wie der Özil, hätte ich mit 14 aufgehört", schrieb der Europameister auf Twitter.

Thomas Müller stand sinnbildlich für die Ladehemmung in der deutschen Offensive.

Es hat gegen gut verteidigende Polen vorne der letzte Esprit gefehlt, der letzte zündende Gedanke und dementsprechend sind wir nicht hundertprozentig zufrieden ... Das knabbert natürlich so direkt nach dem Spiel schon an uns Offensivspielern.

Mats Hummels zeigte sich enttäuscht.

Wir haben es nicht geschafft, das Spiel zu kontrollieren, was eigentlich unsere Stärke ist. Die Polen haben uns öfter in schwierige Situationen gebracht. In der zweiten Halbzeit hatten wir schon einen Haufen Glück. In einigen Momenten hat nach vorn ein bisschen die Präzision gefehlt.

Manuel Neuer lobt die Defensive der Polen.

Das war nicht einfach. Polen hat es gut gemacht. Wir müssen uns was einfallen lassen gegen Mannschaften, die defensiv gut stehen. Wir hatten kaum zwingende Torchancen. Wir sind stark, wenn wir Räume haben und schnell spielen.

Toni Kroos fand zumindest für die deutsche Defensive lobende Worte:

Es hat einfach ein bisschen was gefehlt, die Bälle waren zu einfach weg. Wir haben defensiv ordentlich gespielt, die Polen hatten vielleicht eine große Chance. Aber vorn fehlte einfach was. Wir müssen jetzt das letzte Gruppenspiel gewinnen und als Erster durchkommen. Dann sehen wir weiter.

Der polnische Nationaltrainer Adam Nawalka strotzte vor Selbstbewusstsein.

Ich bin nicht vom Spielausgang überrascht. Wir haben das Spiel kontrolliert. Wir haben Deutschland bewusst Freiräume gegeben, damit wir kontern konnten. Ein weiteres Spiel, das nach unserem Vorbereitungsplan verlaufen ist. Ich bin zufrieden, es ist ein gutes Ergebnis.

Wenigstens vom polnischen Spieler Robert Lewandowski kamen lobende Wort für die Deutschen.

Deutschland hat super gespielt, aber wir hatten auch klare Torchancen. In der Gruppenphase ist wichtig, dass wir beide weiterkommen. Wir schauen, was danach passiert.

Jan Böhmermann dürfte etwas enttäuscht gewesen sein, dass seine Vorhersage des Spielausgangs nicht eingetroffen war.

Die meisten Zuschauer fanden das Spiel allerdings so:

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