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Putin richtet eine außergewöhnliche Botschaft an die USA

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Russlands Präsident Wladimir Putin auf dem Wirtschaftsgipfel in St. Petersburg | Getty
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  • Der russische Präsident Wladimir Putin hat den USA eine Zusammenarbeit angeboten
  • Damit äußert er sich betont versöhnlich nach starken Spannungen zwischen beiden Ländern

Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich mit einer ungewöhnlichen Botschaft an die USA gewandt - einer ungewöhnlich sanften: Auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg sagte er, die USA seien wohl die letzte verbliebene Supermacht. Und: "Wir akzeptieren das. Wir sind bereit, mit den USA zusammenzuarbeiten."

Es klingt wie ein Versöhnungsangebot nach schweren diplomatischen Konflikten: US-Präsident Barack Obama hatte Russland in der Vergangenheit eine Regionalmacht genannt. Putin war über diese Äußerung verärgert. Nun sagte er, Russland sei bereit zur Zusammenarbeit mit jedem gewählten Präsidenten. Seine angebliche Vorliebe für den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump relativierte er allerdings: "Ich habe nur gesagt, dass Trump eine auffällige Erscheinung ist."

Putin gibt ein Versprechen für Geschäftemacher ab

Putin rief auch die Europäische Union auf, enger mit Russland und dem eurasischen Raum zusammenzuarbeiten. Europa bleibe unter seinen Möglichkeiten, wenn es nur auf die transatlantische Zusammenarbeit mit den USA setze, sagte er. Nach zwei Jahren Konflikt müsse aber neues Vertrauen aufgebaut werden, wobei er für Russland sagte: "Wir sind nicht nachtragend."

Er sehe Ost und West trotz Konflikten nicht auf dem Weg zu einem neuen Kalten Krieg, sagte Putin. "Ich bin sicher, dass niemand das will. Wir jedenfalls wollen das nicht." An der Verschlechterung des Verhältnisses sei aber nicht Russland schuld.

Eine Botschaft sandte er auch an Investoren aus dem In- und Ausland: Ihnen versprach Putin ein besseres Geschäftsklima. Er versprach, den Einfluss des Staates auf die Wirtschaft zurückzunehmen. Er drohte Mitarbeitern der Sicherheitsbehörden an, sie müssten persönlich für ungerechtfertigte Übergriffe auf Firmen haften. Russische Unternehmen beklagen oft, dass die Staatsanwaltschaft ohne Anlass ermittelt. Die meisten Verfahren verlaufen später im Sand.

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