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Mord an Jo Cox: Täter hatte offenbar psychische Probleme

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JO COX
Forensiker untersuchen den Tatort, an die Jo Cox niedergestochen wurde | Phil Noble / Reuters
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  • Nach dem Mord an der britischen Parlamentsabgeordnetet verdichten sich Hinweise, dass der Täter psychische Probleme hatte
  • Nach Angaben seines Bruders soll er in psychiatrischer Behandlung gewesen sein

Der Mord an der britischen Parlamentsabgeordneten Jo Cox schockierte das britische Königreich und die Welt. Jetzt verdichten sich Hinweise, dass der Täter offenbar psychische Probleme hatte. Das legen Berichte in britischen Zeitungen nahe.

"Es fällt mit schwer zu glauben, was passiert ist", sagte Scott Mair, der Bruder des Täters, der Zeitung "Daily Telegraph“.

"Vorgeschichte psychischer Erkrankungen"

"Mein Bruder ist nicht gewalttätig, und er ist nicht besonders politisch." Allerdings sei Mair Abonnent einer rechtsextremen und islamophoben Zeitschrift aus Südafrika gewesen, berichtet der "Telegraph".

Der Bruder habe "eine Vorgeschichte psychischer Erkrankungen". Er sei jedoch in Behandlung gewesen, sagte Mair. In britischen Medien wurden auch Nachbarn zitiert, die den mutmaßlichen Täter als Einzelgänger beschrieben, der meistens für sich geblieben sei.

Eine Nachbarin sagte dem "Telegraph", Mair sei ein "ruhiger Kerl" gewesen. Ihres Wissens habe er keiner politischen Partei angehört "und ich habe nie mitbekommen, dass er irgendwelche Ansichten zu Europa oder so was formuliert hätte. Für uns war er einfach nur Tommy, ein Kerl aus dem Ort, den wir alle kannten."

Motiv des Täters ist weiterhin unklar

Das Motiv des Täters ist nach wie vor unklar. Britische Medien berichteten, der Mann soll bei seiner Festnahme die Worte "Britain First" gerufen haben. Dies ist aber von der Polizei nicht bestätigt.

Sollte es sich bewahrheiten, könnte es in Richtung einer politischen Motivation deuten. "Britain First" ist der Name eine rechtsradikalen Partei in Großbritannien. Es könnte aber auch in Bezug auf Cox' Engagement für Flüchtlinge oder sogar in Richtung Brexit-Debatte gemeint gewesen sein.

Dies sind bisher alles Spekulationen, die Untersuchungen der Polizei sind erst am Anfang.

Mit Material der dpa

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