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Das ist die beste Antwort, wenn ihr trotz „Keine Werbung"-Schild weiterhin Prospekte bekommt

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BRIEFKASTEN
Ein überfüllter Briefkasten | Getty
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Manche Autofahrer ignorieren rote Ampeln. Manche Nachbarn ignorieren die Nachtruhe. Manche Beamte ignorieren Freundlichkeit.

Aber man wird das Gefühl nicht los, dass niemand so konsequent im Ignorieren ist wie: Werbeausträger.

"Keine Werbung".
"Keine Werbung, bitte".
"Bitte keine Reklame, danke!"

Es hilft oftmals einfach nichts.

Die Briefkasten-Explosion droht

Deshalb sieht dann der Brief- und Zeitungsschlitz – Ja: Brief und Zeitung, nicht Werbung! – aus, als hätte jemand zwölf Telefonbücher, einen Brockhaus, die Buddenbrooks und einen Weltatlas darin versenkt. Das Ding droht jeden Moment zu explodieren.

Mit Mühe und Not muss man – mit einem Bein an der Hauswand abgestützt, um mehr Kraft aufwenden zu können – die Papierstapel aus dem Spalt ziehen. In diesem Moment kommen dann unweigerlich Fragen an die Gesetze der Physik in den Kopf: Was habe ich gleich zuerst in der Hand – den Stapel Reklame, den Briefkasten oder gar die ganze Hauswand?

Aber wir wollen Werbeausträgern nicht unter Generalverdacht stellen. Schließlich gibt es nettere Begrüßungen als ein kleiner Aufkleber mit einer roten Hand oder einem "Stop!".

Es geht auch freundlich

Wie man mit Werbeausträgern wesentlich freundlicher umgeht, zeigt etwa die Reaktion eines Berliners.

Auf einem Zettel über seinem Briefkasten schreibt er:

"Lieber Prospekte-Austeiler,

Wir beide hatten einen schlecht Start. Ich wohne jetzt seit ein paar Wochen hier in diesem Haus und habe dich mit einem Anliegen völlig überrumpelt. Ja, vielleicht sogar verletzt. Zum Einzug habe ich auf meinem Briefkasten folgenden Hinweis geklebt "WERBUNG VERBOTEN!".

Ich habe eingesehen, dass mein Tonfall völlig unangebracht war. Er war verletzend und herablassend. So spricht man einfach nicht mit dir. Du willst schließlich nur deinen Job machen. Ich versteh, dass du mir daher, aus Protest in den letzten Wochen immer die dreifache Menge an Werbung in den Briefkasten gesteckt hast.

Die Menschen sollten viel freundliche miteinander umgehen. Du hast vollkommen Recht! Ich möchte ich in aller Form bei dir entschuldigen und meine Bitte noch einmal mit angebrachtem Anstand vortragen:

Könntest du bitte meinen Briefkasten mit Werbung verschonen? ich würde mich riesige freuen, wenn du mit diesen kleinen Wunsch erfüllst. Ich wünsche dir gutes Wetter beim Austragen und ganz viele nette Schildchen.

Dein, Markus"

(Orthografie eins zu eins aus dem Original übernommen.)

Daneben hat der Bewohner mit Kugelschreiber ein "Geht doch" mit einem Smiley hinzugefügt. Scheinbar trug die nette Bitte Früchte.

Vielleicht sollten wir Werbeausträger in Zukunft alle so freundlich darauf hinweisen, dass wir gerne keine Werbung hätten. Das würde Zeit sparen, weniger Altpapier produzieren und die Nerven schonen – auf beiden Seiten.

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(tos)