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Institute: Deutsche Wirtschaft wächst - eine Abstimmung könnte das ändern

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ifo und IfW gehen von einem Wirtschaftswachstum in Deutschland aus - wenn es nicht zu einem Brexit kommt | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Deutsche Wirtschaft soll weiterhin wachsen
  • Außer es kommt zum Brexit, warnt das ifo-Institut
  • Die Verbraucherpreise steigen weiter an

Die deutsche Wirtschaft wächst. Das ist die Einschätzung führender Ökonomen. Ihr Wachstumsprognosen für dieses Jahr reichen von 1,5 Prozent beim HWWI in Hamburg bis 1,9 Prozent beim Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). Dieses präsentierte wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag seine Daten. Die Bundesbank rechnet mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,7 Prozent im laufenden Jahr.

"Der seit 2014 anhaltende moderate Aufschwung der deutschen Wirtschaft geht in die zweite Halbzeit. Eine Verlängerung ist möglich", teilte Ifo-Konjunkturforscher Timo Wollmershäuser in Berlin mit. Die Ifo-Ökonomen erhöhten ihre Prognose für das laufende Jahr von 1,6 Prozent auf 1,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote werde von 6,4 Prozent 2015 auf durchschnittlich 6,1 Prozent in diesem Jahr sinken.

Brexit als Gefahr für deutschen Wirtschaftsaufschwung

Wenn alles im Großen und Ganzen so bleibt. Doch die Entscheidung der Briten in einer Woche könnte die Ausblicke starb drüben. Das betont auch der Ifo-Chef Clemens Fuest gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: "Das aktuell größte Risiko ist der Brexit", sagte dieser. Für Deutschland erwarten sie demnach, dass es schlimmstenfalls zu einem langfristigen Wachstumsverlust von drei Prozent kommen könnte.

Die Wissenschaftler aus Kiel haben bereits jetzt ihre vorherige Erwartung um 0,1 Punkte auf 1,9 Prozent zurückgenommen. Aber nicht wegen der Abstimmung auf der Insel. Die "minimale Revision" gehe auf den deutlich verminderten Zustrom an Flüchtlingen und - damit verbunden - auf einen geringeren Impuls durch staatliche Ausgaben zurück.

Das Leben in Deutschland wird teurer

"Die konjunkturelle Grundtendenz weist gleichwohl unverändert aufwärts, die treibenden Kräfte des Aufschwungs sind nach wie vor intakt", berichtete der Leiter des IfW-Prognosezentrums, Stefan Kooths.

2017 soll das BIP um 2,1 Prozent zulegen, 0,1 Punkte weniger als bislang vom IfW erwartet. Das Ifo rechnet mit 1,6 Prozent Wachstum.

Beide Institute prognostizieren nach einem verhaltenen Preisauftrieb 2016 von 0,5 Prozent wieder anziehende Verbraucherpreise und eine Teuerungsrate von 1,5 bis 1,6 Prozent im kommenden Jahr.

Neben dem privaten Konsum entwickelten sich die Investitionen mehr und mehr zur Triebkraft des Aufschwungs, teilte das IfW mit. Bei Wohnungsbauinvestitionen, bedingt durch die niedrigen Zinsen, zeichne sich eine deutliche Zunahme bis ins Jahr 2017 ab.

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