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EM 2016: Boateng rechnet im Wutinterview mit Mitspielern ab

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  • Deutschland kommt gegen Polen über ein 0:0 nicht hinaus
  • Das bedeutet für das DFB-Team den ersten Punktverlust bei der Euro 2016
  • Jerome Boateng findet nach dem Spiel klare Worte

Ihm selbst ist wahrlich nichts vorzuwerfen: Nach seiner Klasseleistung gegen die Ukraine hat Jerome Boateng auch gegen Polen geglänzt. Er wurde sogar zum "Man of the Match" gewählt.

Seine beste Aktion: als er in der 59. Minute in höchster Not den einschussbereiten Robert Lewandowski gerade noch abgrätscht.

Jerome knöpft sich deutsche Offensive vor

Gegrätscht hat Boateng auch nach der Partie. Verbal. Der Abwehrboss vom FC Bayern war noch ziemlich angefressen, als er dem ZDF-Reporter vors Mikrofon lief. Der 27-Jährige rechnete heftig mit der deutschen Offensivabteilung ab. Aber lest selbst:

Das Boateng-Wutinterview im Wortlaut:

Jerome Boateng: Wir haben kein einziges Eins-gegen-eins-Duell gewonnen vorne. Das war zu wenig Bewegung vorne. Wir können froh sein, dass wir 0:0 gespielt haben.

Reporter: Hätten Sie sich denn von Ihrer Offensivabteilung etwas mehr Selbstbewusstsein gewünscht?

Boateng: Ja, ich meine, wir müssen mal zum Abschluss kommen. Wir spielen bis ins letzte Drittel richtig gut, spielen uns auch gut Lücken frei, aber dann kommen wir nicht am Gegner vorbei, werden nicht gefährlich. Das müssen wir verbessern, sonst kommen wir nicht weit.

Reporter: Das hört sich jetzt sehr kritisch von Ihnen an...

Boateng: Nein, ich meine, wir haben uns heute als Mannschaft defensiv gut verhalten. Besser als gegen die Ukraine in manchen Situationen. Aber offensiv hat heute viel gefehlt, wir müssen viel mehr in Laufwege investieren, aggressiver sein, mehr Zweikämpfe gewinnen.

Reporter: Bei Ihrem Abwehrpartner Mats Hummels hatte man das Gefühl, er brauchte etwas, um wieder reinzukommen. Dann war er wieder sehr souverän. Wie haben Sie ihn heute gesehen?

Boateng: Ja, sehr gut. Wir haben gut gestanden, aber auch dadurch, dass die Mannschaft gut gegen den Ball gearbeitet hat. Es ist normal, dass es etwas dauert, um wieder reinzukommen, wenn du lange verletzt warst. Aber Mats hat heute sehr gut gespielt.

Klare Worte von Jerome Boateng – die vielleicht nicht jedem schmecken werden. Denn die Kritisierten sind klar: Mario Götze, Thomas Müller, Mesut Özil und Julian Draxler.

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