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Erdogans Medienschlacht: Türkische Zeitung hetzt gegen die "Bild"

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DIEKMANN
Erdogans Medienschlacht: Türkische Zeitung hetzt gegen die "Bild" | Twitter.com / Kai Diekmann
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  • Die türkische Zeitung "Sabah" hat das deutsche Boulevardblatt "Bild" angegriffen
  • Über den "Bild"-Herausgeber schrieb "Sabah": "Du bist doch krank!"
  • Der Angriff der Erdogan-nahen Zeitung reiht sich in eine Serie von türkischen Anfeindungen gegen Deutschland ein

Während das diplomatische Klima zwischen Deutschland und der Türkei immer kälter zu werden scheint, wird der Kleinkrieg zwischen deutschen und türkischen Medien immer heißer.

Erst vor etwa einer Woche gab die Erdogan-nahe Zeitung "Güneş" der Bundesregierung auf ihrer Titelseite die Schuld an einem Terror-Anschlag in Istanbul. Jetzt ist eine Fehde zwischen dem deutschen Boulevardblatt "Bild“ und dem türkischen "Sabah“ entbrannt.

Vor wenigen Tagen provozierte die "Bild“-Zeitung mit einer großen Seite unter der Schlagzeile "44 Gründe, warum wir die Türkei trotz Erdogan lieben".

Zum Thema: So wurde Erdogan vom armen Jungen aus Anatolien zum türkischen Sultan

Die Botschaft: Die Türkei ist ein tolles Land, wenn der türkische Präsident nicht wäre. Auch auf Türkisch veröffentlichte das Axel-Springer-Blatt den Artikel in ihrer Online-Ausgabe.

Türkische Zeitung: "Du bist doch krank!"

Darauf antwortete nun die türkische Zeitung "Sabah“, mit einer Auflage von etwa 300.000 Exemplaren eine der größten Tageszeitungen des Landes. Auf der Titelseite der türkischen Ausgabe des Blattes heißt es in deutscher Sprache über einem Konterfei von "Bild"-Herausgeber Kai Diekmann: "Du bist doch krank!“

Darüber heißt es, ebenfalls auf Deutsch: "Trotz dir lieben wir Deutschland und die Deutschen“. Ein anderer Artikel der "Sabah“ ist "13 Gründe, warum die 'Bild' nervt“ überschrieben.

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"Sabah" ist Erdogan-nah

Auch die deutschsprachige Online-Ausgabe des Blattes hatte bereits vor einigen Tagen gegen die "Bild“ geschossen. Sie warf der Boulevardzeitung vor, in "verschwörungstheoretischer Weise" über ein vermeintliches Erdogan-Netzwerk in Deutschland berichtet zu haben. Außerdem betreibe die "Bild" "Katzenjammer".

Die "Sabah" gehört seit dem Jahre 2008 dem türkischen Mega-Konzern Calik Holding. Bis 2013 war Berat Albayrak, Schwiegersohn Erdogans, CEO des Unternehmens.

Vorstandsvorsitender des Unternehmens ist Ahmet Calik, dem nachgesagt wird, ein enger Vertrauter des Präsidenten zu sein.

Kai Diekmann legt nach

Kai Diekmann reagierte auf die Anfeindungen des Erdogan-nahen Mediums prompt. “Die Erdogan-nahe Presse hat uns offenbar richtig lieb", twitterte der ehemalige “Bild”-Chefredakteur.

Und er legte nach: “Wäre schön, wenn die türkischen Kollegen mal ihr Foto-Archiv auf den neuesten Stand bringen könnten!“, schrieb er bei Twitter angesichts der alten Fotos, den das Blatt von ihm veröffentlicht hatte.

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Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößern sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder aus sozial schwachen Familien haben niemanden, der sich um ihre alltäglichen Sorgen kümmert. Ein Blick auf die Hausaufgaben, Konflikte mit Freunden - oder Gesundheitsprobleme: In dem Münchner Projekt Lichtblick Hasenbergl unterstützen Pädagogen junge Menschen bei all diesen Fragen. Hier erfahrt ihr mehr zu der Initiative.

In Ruanda haben 400.000 Kinder keine Chance auf einen Platz in der Schule; besonders Waisen und Mädchen sind benachteiligt. Das Projekt "Schulen für Afrika" von Unicef ermöglicht tausenden Kindern den Zugang zu Bildung. Hier könnt ihr die Initiative unterstützen.

Ein zuverlässiges Transportmittel kann für Menschen in einem Entwicklungsland alles verändern. World Bicycle Relief stattet Menschen in ländlichen Regionen Afrikas mit Fahrrädern aus und schenkt ihnen damit ein großes Stück Lebensqualität. Hier geht es weiter zu diesem faszinierenden Projekt.

(bp)