Huffpost Germany

Studie: Diese furchtbaren Folgen kann Luftverschmutzung für die Psyche von Kindern haben

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SCHULKINDER
Berliner Kinder auf dem Schulweg | Getty Images
Drucken

Diese Studie ist ein weiterer Beweis dafür, dass Luftverschmutzung weltweit zu ernstzunehmenden Gesundheitsproblemen führt.

Einer aktuellen Studie von Wissenschaftlern der schwedischen Universität Umeå zufolge könnte es einen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und psychischen Erkrankungen bei Kindern geben.

50.000 Kinder nahmen an der schwedischen Studie teil

Die in diesem Monat in der Online-Fachzeitschrift "BMJ Open" veröffentlichte Studie lieferte zum ersten Mal einen eindeutigen Beweis dafür, dass es einen Zusammenhang zwischen verschmutzter Luft und psychischen Erkrankungen bei Kindern gibt. Die Studie basiert auf früheren Untersuchungen, welche ebenfalls Schadstoffe in der Luft mit psychischen Erkrankungen in Verbindung brachten.

Diese Studien kamen zu dem Schluss, dass bereits ein geringer Anstieg an Luftverschmutzung schwerwiegende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Kindern haben kann.

In einer Studie mit über 500.000 schwedischen Kindern untersuchten die Wissenschaftler, welchem Grad an Luftverschmutzung die teilnehmenden Kinder im Laufe der Zeit ausgesetzt waren. Anschließend überprüften sie, welche verschreibungspflichtigen Medikamenten die Kinder bisher eingenommen hatten oder noch einnehmen.

Die Wissenschaftler kamen dabei zu dem Ergebnis, dass die Kinder, die in Gebieten mit erhöhter Belastung durch den gefährlichen Luftschadstoff Stickstoffdioxid (NO2) leben, auch häufiger verschreibungspflichtige Medikamente zur Bekämpfung von langfristigen psychischen Erkrankungen einnehmen.

Luftverschmutzung und psychischen Erkrankungen scheinen in Verbindung zu stehen

In der Studie konnte kein kausaler Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und psychischen Erkrankungen bei Kindern festgestellt werden. Die beiden Faktoren scheinen jedoch miteinander in Verbindung zu stehen. Nach Angaben der Wissenschaftler lassen die Ergebnisse der Studie darauf schließen, dass eine Verringerung der Luftverschmutzung einen positiven Effekt auf psychische Erkrankungen bei Kindern haben könnte.

"Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass durch eine Verringerung der vor allem durch den Verkehr entstehenden Luftverschmutzung auch die Zahl an psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen abnehmen könnte", berichtete Anna Oudin, Wissenschaftlerin an der Universität Umeå und Leiterin der Studie, in dieser Woche in einem Interview mit der britischen Tageszeitung "The Guardian".

air pollution germany

Luftverschmutzung ist ein weltweites Problem

Luftverschmutzung führt weltweit zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen. Nach Angabe der Weltgesundheitsorganisation sterben deswegen jedes Jahr fast vier Millionen Menschen frühzeitig. In den USA gibt es jedes Jahr ungefähr 200.000 vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung.

Zwar wird Luftverschmutzung vorwiegend mit Erkrankungen wie Asthma und Herzkrankheiten in Verbindung gebracht, mittlerweile gibt es jedoch auch Hinweise darauf, dass Luftschadstoffe wie NO2 und Feinstaub zu psychischen Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen führen können.

In den USA findet man in einkommensschwachen Wohngegenden und in Vierteln mit einer überwiegend schwarzen Bevölkerung häufig eine hohe Konzentration an sogenannten "Super-Schadstoffen" – den schlimmsten Industrieschadstoffen des Landes. Die Bewohner dieser Gegenden sind einem unverhältnismäßig hohen Anteil an Luftschadstoffen ausgesetzt, was ihr Risiko erhöht, psychische Erkrankungen zu bekommen.

Weitere Studien sind notwendig

Die Studie der Universität Umeå ergab, dass Kinder in Ländern mit erhöhter Luftverschmutzung einem größeren Risiko ausgesetzt sind, psychische Erkrankungen zu erleiden. Deshalb merkten die Wissenschaftler an, dass weitere Studien benötigt werden, um die genaue Verbindung zwischen Luftverschmutzung und psychischen Erkrankungen verstehen zu können.

"Psychische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen haben tiefgreifende Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und da der Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und Luftverschmutzung plausibel ist und vermieden werden kann, sollte man ein besonderes Augenmerk darauf richten", so die Autoren der Studie.

Dieser Artikel ist ursprünglich in der Huffington Post USA erschienen und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

Auch auf HuffPost:

Neue Studie offenbart: Starke Kontrolle durch Eltern führt zu dauerhaften Schäden bei ihren Kindern


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.