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Fanforscher warnen: Deutschland-Spiel gegen Polen könnte Gipfel der Gewalt werden

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  • Die EM wird von Gewaltausschreitungen zwischen Hooligans überschattet
  • Fanforscher warnen, bei der Partie Deutschland gegen Polen könnte es ebenfalls zu heftigen Ausschreitungen kommen
  • Die französische Polizei müsse deshalb stärker durchgreifen
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Die Partien der Fußball-EM haben bislang zum Teil hohes Potential – Gewaltpotential.

Vor allem das Aufeinandertreffen von Russland und England wurde von brutalen Bildern überschattet: regungslos am Boden liegende Hooligans im Hafen vor Marseille, fliegende Stühle, Feuerwerkskörper und auch Angriffe auf friedliche Fans und Zuschauer.

Deutschland und Polen mobilisieren Hooligans für Partie

15 der 36 EM-Vorrundenspiele gelten als besonders gefährdet. Hooligans dominieren das Bild der EM. Es vergeht kein Spieltag, ohne dass es zu Eskalationen abseits des Spielfelds kommt. Heute könnte es wieder so weit sein – und zwar mit deutscher Beteiligung.

Denn das heikelste Match steht aus der Sicht von Experten kurz bevor: Deutschland gegen Polen, heute Abend (21 Uhr) in Paris.

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Die Begegnung sei “historisch belastet”, sagt Fanfroscher Robert Claus von der Universität Hannover gegenüber der “taz”. Und die Mobilisierung für das Revival der Hooligan-Kulturen sei viel größer als bei der Partie gegen die Ukraine.

Polen stelle zusammen mit Russland die “Hool-Elite”, die zum teil paramilitärisch aufträten. Bisher fielen die polnischen Hooligans noch nicht auf, laut Claus könne dies aber noch kommen. Vielleicht schon heute.

Fanforscher: "Mit Aufmarsch zu rechnen"

Sportsoziologe Gunter Pilz sieht die Partie ebenfalls kritisch, ebenso mit Hinblick auf die deutsche Hooligan-Szene. Zwischen ihr und dem Erstarken des Rechtspopulismus und Rechtsextremismus gebe es einen direkten Zusammenhang.

Deshalb sei auch von deutscher Hooligan-Seite aus mit einem größeren Aufmarsch zu rechnen, so Pilz gegenüber der “Südwest Presse” (SWP).

Auch Claus sagt in der “taz”, bei deutschen Hooligans seien die Überschneidungen mit der rechtsextremen Szene besonders groß. Das zeichne sich bei Pegida und Phänomene wie den deutschlandweit agierende Aktionsgruppe Hooligans gegen Salafisten (HoGeSa) ab.

Pilz erhebt zudem schwere Vorwürfe gegen die Behörden in Frankreich. Die angebotene Hilfe durch szenekundige Beamte aus Deutschland sei „in den Wind geschlagen worden“, sagt der Verhaltensforscher in der “SWP”.

Das sei bereits 1998 so gewesen. Die französischen Behörden haben immer signalisiert, dass sie sich nicht reinreden lassen wollen. “Dann darf man sich nicht wundern, wenn es aus dem Ruder läuft“, warnt Pilz.

Einsatzkräfte müssen, so Pilz, den Hooligans mit der Null-Toleranz-Taktik entgegnen. Dann werde es für für jemanden, der nur auf Randale aus sei, kein Vergnügen.

Mit Material der dpa

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