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Ein Fremder nannte mich eine Hure, weil ich vor seinen Augen mein Kind stillte

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JESSIE MAHER
Jessie Maher und ihr Baby | Facebook
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Eine junge Mutter versuchte, ihr Kind in einem Laden der Supermarktkette Target im US-Bundesstaat Connecticut zu stillen, als ein verärgerter Mann anfing, sie wüst zu beschimpfen.

Zum Glück gab es ein Happy End.

"Das ist verdammt ekelhaft!"

Jessie Maher aus Collinsville besuchte letzten Montag einen Target-Supermarkt in Torrington und setzte sich dort in den Café-Bereich, um ihre einen Monat alte Tochter zu stillen.

Ein Mann, der gerade Lebensmittel einkaufte, sah verärgert zu ihr herüber und fragte: „Kannst du das nicht an einem anderen Ort machen? Das ist verdammt ekelhaft!“. Er nannte sie auch eine „Hure“, wie das amerikanische Nachrichtenportal „Fox.61.com“ berichtete.

Maher, die als Doula (Geburtsbegleiterin) arbeitet, machte ein Video von seinem Wutanfall, das sie später auf Facebook postete.
So beschrieb Maher den Vorfall auf Facebook:

„Kennt jemand dieses Ar***loch, das mich diesen Morgen im Target verbal belästigt hat, während ich mein Baby gestillt habe? (Er trug ein Shirt von Avon).

Bevor die Aufnahme beginnt, hat er mich beobachtet und sehr wütend gesagt: „Kannst du das nicht an einem anderen Ort machen? Das ist verdammt ekelhaft! Du bist scheußlich!“ (Er nuschelte noch ein paar andere Dinge). Ich antwortete: „Ich stille mein Baby und ich habe ein Recht darauf. Geh doch weg und lass mich allein. Er antwortete mir, während er mir näher kam und lauter wurde: „Du bist so verdammt ekelhaft, du bist ekelhaft, du bist ekelhaft...du Hure.“

Dann sagte er noch andere Scheußlichkeiten, an die ich mich nicht erinnern kann. Ab diesem Punkt schritten ALLE ein, um mir zu helfen - das Personal von Target und die anderen Kunden. Ab da begann ich, das Video aufzunehmen...“

Andere Kunden verteidigten Maher

Während Maher das Recht, ihr Kind zu stillen, verteidigte, betraten Angestellte von Target und eine Kundin das Café, verärgert über das Verhalten des Mannes.

Der Mann wollte eine Entschädigung, weil er sich durch eine öffentlich stillende Mutter beeinträchtigt fühlte. Eine nicht näher bekannte Kundin in dem Video tröstete Maher und beschimpfte den wütenden Mann.

„Du solltest dich nicht dafür schämen, dass du dein Baby stillst“, sagte sie zu Maher. „Er kann woanders hingehen. Das ist ein schöner Moment. Wenn er das nicht mag, dann kann er gehen.“

Dann sagte sie zu dem Mann: „Dann schau nicht hin, okay? Ich werde sie beschützen“

Der Mann verließ daraufhin den Laden, gefolgt von einem Target-Angestellten.

Maher sagte, sie sei dankbar für die Reaktion der Target-Angestellten und Kunden. "Ich finde es großartig, dass so viele Leute gekommen sind, um mich zu verteidigen“, erzählte Maher dem amerikanischen Fernsehsender WFSB. „Jeder, der zu dem Zeitpunkt anwesend war, wollte mich beschützen, und das hat sich sehr gut angefühlt.“

Das Video wurde drei Millionen Mal angesehen

Mahers Facebook-Video wurde bisher drei Millionen Mal angesehen. Bisher hat noch niemand öffentlich den Mann identifiziert, der sie angesprochen hatte.

Maher sagte, dass sie das Video veröffentlicht hatte, weil sie es für den besten Weg halte, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, mit welchen Schwierigkeiten Frauen sich auseinandersetzen müssen, wenn sie öffentlich stillen.

„Der einzige Weg, dieses Verhalten auszumerzen, ist, es öffentlich zu machen und jedem zu zeigen, dass so etwas passiert“, sagte sie der lokalen Zeitung „Hartford Courant“. „Es ist nicht akzeptabel, dass der Mann es bei all dem Hass okay fand, eine friedliche Frau zu attackieren, die ihr Baby stillt.“

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Huffington Post USA und wurde von Lisa Mayerhofer aus dem Englischen übersetzt.

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