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Karl Landsteiner: Mit einer Fußnote rettete er Millionen Menschen

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KARL LANDSTEINER
Google feiert den Weltblutspendertag mit einem Doodle | Google
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Google feiert den Geburtstag von Karl Landsteiner mit einem Doodle - einem Mann, dessen Entdeckung viele von uns ihr Leben verdanken.

Schon seit Jahrhunderten versuchten Ärzte, Patienten das Leben zu retten, indem sie ihnen das Blut anderer Menschen übertrugen. Doch das glich meist einem tödlichen Glücksspiel, gegen das russisches Roulette wie eine sichere Sache wirkte. In einigen Fällen glückte die Übertragung - in den meisten jedoch endete sie tödlich.

Karl Landsteiner beschloss, dieses Phänomen systematisch zu untersuchen. Damals, im Jahr 1900, arbeitete er noch als Assistent am serologisch-pathologischen Institut der Universität Wien.

karl landsteiner

Entdeckung in Fußnote versteckt

Landsteiner erkannte, dass das Blut zweier Menschen manchmal verklumpte, wenn es gemischt wurde - manchmal allerdings nicht. Systematisch nahm er Proben von 22 unterschiedlichen Menschen, trennte in einer Zentrifuge Blutkörperchen vom Serum und mischte dann Blut und Serum von jeweils unterschiedlichen Proben.

Seine Idee, die er nur in einer Fußnote seiner Schrift "Über Agglutinationserscheinungen normalen menschlichen Blutes" veröffentlicht hatte, sollte Millionen Menschen das Leben retten. Durch Ausprobieren verschiedener Kombinationen kam er zu dem Schluss, dass es drei unterschiedliche Blutgruppen geben müsse: A, B und C. Die C-Gruppe wurde später in 0 umbenannt.

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Basierend auf seinen Arbeiten wurde 1907 in den USA erstmals eine erfolgreiche Bluttransfusion am Menschen durchgeführt. Für die Entdeckung der Blutgruppen erhielt Landsteiner 1930 den Nobelpreis für Medizin.

Landsteiners Geburtstag ist heute Weltblutspendertag

Landsteiner ist am bekanntesten für seine Entdeckung der Blutgruppe. Das blieb aber nicht sein einziger wissenschaftlicher Durchbruch. 1940 beschrieb er zusammen mit seinen Schülern Philip Levine und Alexander Solomon den Rhesusfaktor -benannt nach den Tieren, die er damals für seine Versuche benutzte: Rhesusaffen.

Landsteiners Geburtstag, der 14. Juni, wird heute als Weltblutspendertag gefeiert. An diesem Tag weisen Hilfsorganisationen auf Probleme bei der Versorgung mit Blutkonserven hin. Weltweit werden jährlich rund 107 Millionen Einheiten Blut gespendet. In Industrieländern gibt es im Schnitt rund 39 Spenden je 1000 Einwohner, in Entwicklungsländern lediglich 4.

Landsteiner galt als unermüdlicher, disziplinierter Arbeiter. Als solcher wird er auch im Google Doodle dargestellt: Stramm, aufrecht mit einem Klemmbrett. Im Jahr 1943 erlitt er bei der Arbeit im Rockefeller-Institut in New York einen Herzinfarkt.

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(ben)