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Donald Trump: Amerikaner, die ihre verdächtigen Nachbarn nicht anschwärzen, gehören vor Gericht

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DONALD TRUMP
| Mark Wilson via Getty Images
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  • Donald Trump forderte, in Zukunft US-Bürger zu bestrafen, wenn sie verdächtige Aktivitäten ihrer Nachbarn nicht melden
  • Mit dem absurden Vorschlag reagiert der Republikaner auf den Anschlag von Orlando

Donald Trump schlug am Montag vor, Amerikaner zu bestrafen, wenn sie ihre Freunde und Nachbarn bei verdächtigem Verhalten nicht melden.

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"In San Bernadino wussten die Menschen, was vor sich geht. Sie wussten es genau, aber weil sie befürchteten, dass man sie des Rassismus beschuldigen würde, haben sie es nicht gemeldet“, so Trump in einer Rede nach dem Anschlag von Orlando.

Trump bezieht sich auf nicht verifizierte Berichte

Der mögliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner bezog auf nicht verifizierte Berichte, laut denen eine Frau, die in der Nähe der Mutter einer der Attentäter von San Bernadino lebte, beobachtet haben will, dass die Familie "ganz schön viele Pakete in sehr kurzer Zeit bekommen hat und sehr viel Zeit in der Garage verbrachte.“

Trump: Dieses "Verhalten muss Konsequenzen haben"

Ein Mann, der behauptete, mit dieser Nachbarin befreundet zu sein, sagte, dass sie die Pakete und das Verhalten nicht gemeldet habe, weil sie "kein ‚racial profiling‘ betreiben wollte.“

In Trumps Amerika aber hätte dieses Verhalten für die Frau ernsthafte Konsequenzen. "Wir müssen sicherstellen, dass wirklich jeder, der an diesen Taten beteiligt ist, diejenigen eingeschlossen, die etwas beobachtet aber nicht gemeldet haben, bestraft werden“, so Trump in New Hampshire. "Dieses Verhalten muss Konsequenzen haben, große Konsequenzen.“

Trump vermied es dabei zu erwähnen, dass viele Nachbarn der Attentäter von San Bernadino diese als "ruhige, religiöse Menschen, die sich sehr unauffällig verhielten und keine Aufmerksamkeit auf sich zogen“ beschrieben.

"Jeder ist sein eigener Polizist""

Auch wich Trump leicht von Aussagen auf seiner Website ab, laut denen Personen, die bewiesenermaßen über Informationen zu Anschlägen jeder Art verfügten, und diese nicht an Behörden weitergaben, zu Gefängnisstrafen verurteilt werden müssten.

Trumps Vorschlag, dass Amerikaner gezwungen werden sollten, ihre Nachbarn zu melden, beruht auf einer Idee, die er seit letztem Jahr immer wieder ins Spiel gebracht hat, als er einer Menschenmenge in South Carolina erklärte, "Menschen ziehen in ein Haus in eurer Straße, ihr seht, wer dort ein- und ausgeht. Das berichtet ihr der Polizei. Wahrscheinlich liegt ihr falsch mit eurem Verdacht, aber das ist in Ordnung, es ist die beste Lösung. Jeder ist hier irgendwie sein eigener Polizist.“

Dieses Mal geht Trump weiter

Diese früheren Vorschläge gehen jedoch nicht so weit, dass Menschen bestraft werden sollten, wenn sie Informationen über ihre Nachbarn nicht weitergeben. Sie erinnern an einige der brutalsten und tödlichsten Regime der Geschichte, zum Beispiel das nationalsozialistische Deutschland oder Russland unter Josef Stalin.

Trumps neuster Vorschlag stammt aus einer Rede, in der er wiederholt Muslime angriff und verurteilte, so wie auch Einwanderer allgemein.

Wie so oft vermischt Trump den "radikalen Islam“ mit dem Islam im Allgemeinen und warnte davor, dass "der radikale Islam unser Land überschwemmt.“

Orlando-Täter war US-Bürger

Der Attentäter von Orlando war US-Bürger, geboren 1986 in den Vereinigten Staaten, zu einer Zeit, als die USA und Afghanistan Alliierte im Kampf gegen den Kommunismus waren.

Trotzdem erklärt Trump, dass die korrekte Antwort auf Anschläge wie jetzt in Orlando die ist, Muslimen die Einreise oder Einwanderung in die USA zu verweigern (Trump verwechselt diese beiden Dinge regelmäßig).

Er attackierte auch Hillary Clinton, die wahrscheinliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, die laut Trump „radikale Islamisten in das Land einladen will – sie versklaven Frauen und ermorden Schwule. Ich will sie hier nicht haben.“

Trumps Behauptung über die frühere Außenministerin der Vereinigten Staaten ist falsch. Clinton hat vorgeschlagen, einige syrische Kriegsflüchtlinge aufzunehmen und sie den amerikanischen Prüfungsprozess für Flüchtlinge durchlaufen zu lassen. Dieser dauert im Durchschnitt zwei Jahre.

Anmerkung des Herausgebers: Donald Trump stiftet in schöner Regelmäßigkeit zu politischer Gewalt an und ist ein serienmäßiger Lügner, Rassist, blindwütender Fremdenhasser, Frauenhasser und Verschwörungstheoretiker (er ist Anhänger einer Verschwörung, laut der Barack Obama außerhalb der USA geboren wurde), der immer wieder dazu aufruft, allen Muslimen – 1,6 Milliarden, einer gesamten Weltreligion – die Einreise in die USA zu verweigern.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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(lp)