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Schweden schickt seinen Einwohnern SMS – und rettet damit Leben

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In Schweden bekommen Blutspender SMS-Nachrichten. | Serg Myshkovsky via Getty Images
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Die Bereitschaft junger Menschen, Blut zu spenden, sinkt. Durch den demografischen Wandel wird dieses Problem zusätzlich verstärkt: Die Zahl der älteren Empfänger steigt, die der Blutkonserven sinkt.

Dieses Problem betrifft übrigens nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt. Schweden ging deshalb einen ungewöhnlich Weg: Der skandinavische Staat wirbt mit neuer Technologie, um junge Menschen zum Blutspenden zu bewegen.

Blutspender sind begeistert

Spender bekommen eine automatische Danke-SMS zugesendet, nachdem sie Blut gespendet haben. Wird ihr Blut dann an einen Empfänger weitergegeben, bekommen sie eine weitere Nachricht, mit einem Dankeschön für ihre Bereitschaft.

"Wir versuchen ständig neue Wege zu entwickeln, um die Wichtigkeit des Blutspendens hervorzuheben", sagt Karolina Blom Wiberg, Sprecherin am Stockholmer Blutspendediensts gegenüber der britischen Zeitung "The Independent".

Blutspender sind begeistert

Das Programm wurde vor drei Jahren in Stockholm gestartet. Dann, nach dem guten Feedback in der Hauptstadt, wurde es nach und nach auf Gebiete im ganzen Land ausgeweitet.

"Wir wollen den Spender für ihre Mühe wenigstens ein bisschen etwas zurückgegeben. Und wir finden dies ein guter Weg ist, das zu tun", erklärt Wiberg.

Die Abteilung des Diensts kann bisher eine positive Bilanz ziehen: Die Spender sind begeistert, dass sie nun darüber informiert sind, wenn sie Mitmenschen helfen - und es ermutigt sie, wieder zu spenden.

Auf Webseite kann der Spendestand gecheckt werden

Und nicht nur bei den Spendern kommt es gut an: Auch in Sozialen Netzwerken wird die Aktion gefeiert. Der Designer Robert Lenne twitterte stolz seinen SMS-Verlauf mit der schwedischen Blutspendezentrale:

"Wir sind in den Sozialen Medien nun ein Thema. Noch wichtiger aber, ist, dass unsere Spender wieder zu uns kommen und spenden", sagt Wiberg.

Der Service in Stockholm geht sogar noch weiter: Auf der Webseite des lokalen Blutspendediensts ist ein Diagramm, dass zeigt, welche Blutgruppen besonders benötigt werden.

Kretzschmar und Metzelder werben fürs Blutspenden

Andere Länder versuchen durch Kampagnen das Bewusstsein fürs Blutspenden zu steigern.

In Deutschland machen sich Prominente für die "Mustpende 2016" stark: Die Ex-Sportprofis Stefan Kretzschmar und Christoph Metzelder werben etwa für den DRK-Blutspendedienstes anlässlich des 13. Internationalen Weltblutspendetages.

blutspende drk
(Metzelder (l.) und Kretzschmar (r.) werben für den DRK. Quelle: Jens Kalaene/dpa)

Stars wie Kretzschmar und Metzelder wollen zur Blutspende animieren und Patienten, die auf die Gabe von Blutprodukten aus Spenderblut angewiesen sind, Mut für den Kampf gegen ihre Erkrankung machen.

In Großbritannien – wo die Spendenbereitschaft in den letzten zehn Jahren um 40 Prozent sank – wurden während der nationalen Blutspendewoche auf Straßenschilder und Ladenfronten im ganzen Land die Ziffer "O" und der Buchstabe "A" abgeklebt oder entfernt, um auf die fehlenden Blutgruppen aufmerksam zu machen.

Mit Material der dpa

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(lp)