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Polizei: Erneute Sex-Übergriffe durch Antanzbande bei Stadtfest - Opfer sollen minderjährig sein

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KOELN SILVESTER
Symbolbild: Festnahme bei den Silvester-Übergriffen von Köln | dpa
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  • Polizei berichtet von erneuten Sex-Übergriffen bei Stadtfest - diesmal in Schleswig Holstein
  • Im Verdacht steht eine "Antanz"-Bande
  • Die Opfer sollen minderjährig sein

Offenbar wurden bei einer Großveranstaltung schon wieder eine Vielzahl von Frauen sexuell belästigt. Beim Stadtfest im schleswig-holsteinischen Ahrensburg soll am späten Samstagabend Polizeiangaben zufolge eine Gruppe von Männern mehrere junge Frauen sexuell belästig haben.

Die Täter hätten zudem auch sogenannte "Antanz"-Diebstähle begangenen, teilte die Polizei mit. Die mutmaßlichen Täter seien von den Opfern übereinstimmend als "afrikanisch" beschrieben worden.

Bereits am späten Sonntagvormittag hatte die zuständige Polizeidirektion Ratzeburg von zehn Anzeigen berichtet. Mehrere Tatverdächtige waren zwischenzeitlich festgenommen, später jedoch nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Lübeck wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Opfer der Sex-Übergriffe sollen 15 bis 17 Jahre alt sein

Am Montagnachmittag berichtete "Bild“ bereits von elf Anzeigen, sechs davon allerdings wegen Diebstahls. Die fünf Opfer der sexuellen Übergriffe sollen dem Blatt zufolge zwischen 15 und 17 Jahren alt gewesen sein, die mutmaßlichen Täter zwischen 17 und 18 Jahren.

Die Ermittler gingen bereits am Sonntag davon aus, "dass es noch weitere Opfer gegeben hat“. Ob die Zahl der Frauen, die Anzeige erstattet haben, allerdings noch weiter gestiegen ist, ist bisher unklar. Die Staatsanwaltschaft Lübeck und die Pressestelle der zuständigen Polizeibehörde waren am Montagnachmittag für die Huffington Post nicht zu erreichen.

Melden sich noch mehr Opfer?

Klar ist: Die Polizei hatte nachdem die ersten Belästigungen und Diebstähle bekannt geworden waren, umgehend 50 Beamten zum Tatort beordert. Das "Hamburger Abendblatt“ berichtet von einem zunächst ausgelassenen Fest, bei dem das Publikum "fröhlich auf der Straße“ getanzt habe.

Nach 22 Uhr sei die Stimmung dann gekippt. Die Zeitung spricht von "einer Bande von Männern“, die sich dann in die Menschenmenge gemischt habe. "Die Unbekannten wollten nicht feiern, sondern auf Beutezug gehen.“

Die Veranstalter des Stadtfests zeigten sich entsetzt. "Ich bin empört, das geht gar nicht", sagt Götz Westphal, der Vorsitzende des Kaufleutevereins, dem "Abendblatt".

Veranstalter: "Ich bin empört"

Bereits am Freitag soll laut Pressemitteilung der Polizei eine Gruppe von rund zehn Männern "diverse Körperverletzungen“ sowie einen Handyraub begangenen haben.

Die Polizei bittet, weitere Opfer und Zeugen, sich zu melden.

Das „Hamburger Abendblatt“ erinnerten die Übergiffe an die jüngsten Sex-Attacken beim Darmstädter Musik-Festival Ende Mai. Damals hatten sich insgesamt 26 Frauen, die Opfer von Antänzern wurden, bei der Polizei gemeldet.

"Solche Sex-Attacken wie jetzt in Darmstadt werden sich auch weiter häufen“, sagte Anfang Juni Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), im Gespräch mit der Huffington Post.

Wendt verwies auf die massenhaften Sex-Attacken von Köln, die Übergriffe beim Düsseldorfer Japan-Tag und die Vorfälle auf dem Berliner Karneval der Kulturen. Auch bei der Bergkirchweih im fränkischen Erlangen kam es zuletzt zu 14 sexuellen Übergriffen. In Köln wurden sogar hunderte Sex-Attacken gezählt.

Berichte von sexuellen Übergriffe durch größere Migrantengruppen sind allerdings mit Vorsicht zu betrachten. In Kiel hatten angebliche Übergriffe in der geschilderten Form nie stattgefunden. Manche Vergewaltigungen sind überdies komplett erfunden.

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(lp)