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"Perverse Schwule": So widerlich verhöhnt eine türkische Zeitung die Opfer von Orlando

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  • Die türkische Zeitung "Yeni Akit" bezeichnet die Opfer des Attentats von Orlando als "perverse Schwule"
  • Das rechtskonservative Medium hetzt regelmäßig gegen Minderheiten
  • Auch für seine Nähe zu Erdogan steht die Zeitung in der Kritik
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Es ist das größte und folgenschwerste Verbrechen, das jemals in den USA von einem einzelnen Täter begangen wurde: 50 Tote und 53 Verletzte sind die Folge des Massakers im Schwulenclub Pulse in Orlando im Bundesstaat Florida, das sich am Sonntagmorgen ereignete.

Kaum 36 Stunden liegt das Massaker nun zurück, da bezeichnet die türkische Zeitung "Yeni Akit" die Opfer als "Perverse".

"Sapkın eşcinsellerin gittiği barda ölü sayısı 50'ye çıktı!" schreibt die rechtskonservative Zeitung am Sonntag nach dem Anschlag. "Die Zahl der Toten in der Bar, in die perverse Schwule gehen, steigt auf 50!"

türkische zeitung
(Die Opfer des Attentates von Orlando werden als "Perverse" bezeichnet. Screenshot: Yeni Akti)

Zeitung bekannt für Hetze gegen Minderheiten

Der Zeitung wird – unter anderem von der britischen Zeitung "Daily Mail" – nachgesagt, enge Verbindung zu Erdogan und seiner Partei AKP zu haben und Al-Qaida unterstützt zu haben. Nach dem Tod von Osama Bin Laden 2011 druckte die Zeitung eine komplette Seite Trauerbekundungen für den Gründer und ehemaligen Anführer des Terrornetzwerks.

Laut der türkischen Hrant Dink Stiftung, die sich für Freiheitsrechte und gegen Diskriminierung in der Türkei einsetzt, ist "Yeni Akit" eine der drei auffälligsten Zeitungen, wenn es um die Diskrimierung von Minderheit geht.

In der letzten von Hrant Dink veröffentlichten Studie, die sich auf Artikel aus vier Monaten von 2013 bezieht, fand die Stiftung 175 Artikel, in denen gegen acht verschiedene Minderheitengruppen gehetzt wurde.

Schwule und Lesben bereits zuvor als "Perverse bezeichnet"

Insbesondere die LGBT-Gemeinschaft (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) sowie Juden, Armenier und Christen seien immer wieder Ziel verbaler Angriffe.

Bereits 2012 musste die Zeitung eine Geldstrafe für homophone Beiträge bezahlen. Die Klage bezog sich auf einen Kommentar aus dem Jahr 2008, in denen Lesben und Schwule, wie im aktuellen Bericht über das Massaker in Orlando, als "Perverse" bezeichnet wurden.

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