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Löw schickt Grüße an die AfD: "Gut, wenn man einen Boateng als Nachbarn in der Abwehr hat"

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  • Bundestrainer Joachim Löw hatte nach dem Sieg gegen die Ukraine eine deutliche Botschaft an die AfD
  • Zuvor hatte Jérôme Boateng sein Team mit einer spektakulären Rettungsaktion vor dem Ausgleich bewahrt
  • Der Bayern-Spieler selbst gibt sich wie immer bescheiden

Es lief nicht rund am Sonntagabend beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Ukraine - zumindest aus Sicht der AfD. Abwehr-Ass Jérôme Boateng rettet auf der Linie, Shkodran Mustafi trifft mit einem Traum-Kopfball ins Netz, Mesut Özil bereitet mit einem brillanten Pass den 2:0-Endstand durch Bastian Schweinsteiger vor.

Ohne seine Einwandererkinder hätte Deutschland das Spiel womöglich nicht gewonnen. "Wir halten fest: wenn #Gauland die Nationalmannschaft zusammenstellen wuerde, stünde es jetzt 0:1", schrieb der Journalist Yassin Musharbash.

Und auch Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt twitterte während des Spiels: "Hätte Gauland hier das Sagen, stünde es immer noch 0:0".

Gauland hatte im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gesagt: "Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben."

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Nach dem Auftaktsieg der DFB-Elf in Lille zeigt sich jetzt einmal mehr, wie realitätsfern Gaulands Einschätzung war. Vor allem Boateng wird im Netz gefeiert - und auch Bundestrainer Joachim Löw, der sich sonst galant aus politischen Debatten herauszuhalten weiß, überraschte nach dem Spiel mit einer Ansage in Richtung AfD.

Bemerkenswerter Satz von Löw in Richtung AfD

"Es ist gut, wenn man einen Jérôme Boateng als Nachbarn in der Abwehr hat", sagte Löw zur artistischen Rettungsaktion von Jérôme Boateng, mit der der Bayern-Spieler sein Team vor dem zwischenzeitlichen Ausgleich bewahrt hatte.

Es war ein bemerkenswerter Satz, der nach der Partie im Trubel um das Comeback von Englands-Legionär Bastian Schweinsteiger beinahe unterging.

Boateng selbst gab sich nach dem Spiel wie immer bescheiden. "Den musste ich noch irgendwie von der Linie kriegen, gar nicht so einfach. Aber Hauptsache: kein Tor", zitiert ihn die "Bild".

Toni Kross: "Es war ein ordentlicher Auftakt"

Den Auftaktsieg dürften alle im DFB-Tross als gutes Omen bewerten. Bei den vorangegangenen vier Turnieren in der Amtszeit von Löw erreichte das DFB-Team anschließend immer mindestens das Halbfinale.

"Wir sind natürlich schlauer", sagte Toni Kroos, der von der UEFA als "Man of the Match" ausgezeichnet wurde. "Wir sind noch nicht da, wo wir hinmüssen, wenn wir das Turnier gewinnen wollen", resümierte der Weltmeister: "Aber es war ein ordentlicher Auftakt."

In aller Ruhe kann der Bundestrainer nun am Genfer See nach einem Regenerationstag die Arbeit für das im Kampf um die Achtelfinal-Teilnahme und den Gruppensieg so wichtige zweite Spiel am Donnerstag in Paris gegen Polen vorbereiten.

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Das polnische Team um Bayern-Torjäger Robert Lewandowski hatte sein Auftaktspiel gegen Nordirland am Sonntag ebenfalls mit 1:0 gewonnen.

"Das wird schon ein vorentscheidendes Spiel, klar", sagte Löw. Der Bundestrainer weiß, dass die Tour de France für den Weltmeister kräftezehrend wird. "Auch das nächste Spiel gegen Polen wird für uns ein harter Kampf werden."

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(bp)