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Fahnendebatte: Jetzt warnt auch die SPD-Jugend vor "gefährlichem Nationalgefühl"

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Der Fahnenstreit geht in die nächste Runde. Nachdem die Grüne Jugend Rheinland-Pfalz am Freitag für einen Shitstorm gesorgt hatte, nachdem sie Fußballfans zu einem Fahnenboykott aufgefordert hatte, legen nun die Jusos nach.

Der Berliner Landesverband der SPD-Jugendorganisation schreibt auf seiner Webseite: "Die empörten Reaktionen auf die Kritik der Grünen Jugend am Nationalismus zeigt eins: Sie haben recht. Wir teilen ihre Kritik an dem Abfeiern eines Nationalgefühls. Es geht bei dieser Männer-EM um Fußball – nicht um "schwarz-rot-gold."

Kritik an den Grünen kam aus allen Lagern

Die Grünen hatten am Freitag unter anderem auf Facebook geschrieben: "Patriotismus=Nationalismus. Fußballfans Fahnen runter!".

Die Kritik an der Grünen-Jugend kam aus allen Parteien. Unter anderem kam sie von Kanzleramtsminister Peter Altmaier, von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, aus den Reihen der SPD und sogar aus den eigenen Leuten: "Ganz schöne Spaßbremsen", nörgelte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek.

Die Jusos in Berlin sehen das anders. Sie schreiben auf ihrer Homepage:

"Eine deutsche Nation unkritisch zu zelebrieren, während die EU bedroht, die nationalistische AfD hetzt und rassistische Brandanschläge verübt werden, ist schlicht gefährlich. Die zur Schau getragene "nationale Einheit“ beruht stets auf der Ausgrenzung der "Anderen“. Nationalismus ist eine Keimzelle für Hass und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Diesen gilt es zu bekämpfen, nicht zu befördern.“

Fahnen nicht den Rechten überlassen

Nach den Krawallen von deutschen Rechtsextremisten vor dem ersten EM-Spiel der deutschen Mannschaft in Lille bekommt die Fahnen-Euphorie der deutschen tatsächlich einen etwas bitteren Beigeschmack.

Dazu passend: In diesen Fällen müsst ihr eure Deutschland-Fahne sofort abhängen

Aber darum scheint es den Jusos weniger zu gehen. Tatsächlich ist mit dem Aufstieg der AfD in rechten Kreisen wieder viel von Heimat und Patriotismus die Rede. Begriffe, die nach der WM 2006 in Deutschland durchaus wieder positiv besetzt waren. Jetzt haben sie die Rechtspopulisten gekapert.

Allerdings wäre es die falsche Antwort, den Rechten die Fahnen und die Worte zu überlassen. Vielmehr geht es darum, sie positiv zu besetzen. Das haben zum Beispiel die 20.000 friedlich feiernden deutschen Fans in Lille getan. Den 50 Rechtsextremen, die randalierend durch die Stadt zogen, sollten wir die Flaggen auf jeden Fall nicht überlassen.

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Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

(lp)