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Warum der Brexit zum Zerbrechen Großbritanniens führen könnte

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SCOTS UK
Ein Unterstützer der schottischen Unabhängigkeit währende des Referendums 2014 | ASSOCIATED PRESS
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  • Experten befürchten, dass ein Brexit zum Zerbechen der EU führen könnte
  • Ein schottischstämmiger CDU-Politiker bringt eine ganz neue Perspektive in die Diskussion
  • Seiner Meinung nach, könnte ein Austritt aus der EU zum Zerfall Großbritanniens führen

Die Gefahr eines "Brexit" kommt immer näher. Experten befürchten, dass ein Austritt Großbritanniens aus der EU eine Kettenreaktion auslösen könnte, die zu einem Auseinanderbrechen der Staatengemeinschaft führen könnte.

Die Schotten sind europafreundlich

Doch der CDU-Europaabgeordnete David McAllister bringt eine ganz neue Perspektive ins Spiel. Er warnt davor, dass der Brexit die Einheit des Vereinigten Königreichs in Gefahr bringen könnte. Der CDU-Mann, dessen schottisches Erbe man schon am Namen erkennt, warnt davor, dass die europafreundlichen Schotten ihre Entscheidung zum Verbleib im Königreich im Falle eins Brexits noch einmal überdenken könnten.

In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der gebürtige Halbschotte: "Wenn es eine knappe Mehrheit für den Austritt gäbe und die europafreundlichen Schotten dagegen stimmen, würde das in Schottland erneut die Debatte um die Unabhängigkeit auslösen."

Schon einmal hatten die Schotten über eine Unabhängigkeit abgestimmt. 2014 hatten sie sich in einem Referendum mit 55 Prozent gegen eine Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich entschieden.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat bereits gesagt, dass ein EU-Austritt Großbritanniens eine neue Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands nach sich ziehen werde.

Brexit könnte auch den Nordirland-Konflikt anheizen

Der frühere Ministerpräsident Niedersachsens warnte: "Die vorhandenen Fliehkräfte im Vereinigten Königreich würden durch einen EU-Austritt verstärkt."

Umfragen zeigen, dass es in Schottland, Wales und Nord-Irland klare Mehrheiten für einen EU-Verbleib gibt. So geht man beispielsweise für Schottland davon aus, dass sich am Wahltag bis zu 70 Prozent für einen Verbleib in der EU aussprechen, sagte McAllister. Für ganz Großbritannien sehen Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen von Brexit-Befürwortern und -Gegnern voraus.

Dazu passend: Die EU berät heimlich über die Zeit nach einem Brexit

Nicht nur das. McAllister befürchtet auch, dass "ein EU-Austritt den überwunden geglaubten Nordirland-Konflikt wieder auslösen könnte". Denn der EU-Beitritt der beiden Länder hätte zu einem Abkühlen des jahrzehntealten Konflikts geführt.

"Unter dem EU-Schirm mit einer offenen Grenze zur Republik Irland wurde ein modus vivendi für den Nordirlandkonflikt gefunden, dem bei einem Brexit die Grundlage entzogen würde", sagte der CDU-Politiker.

Vor dem nahenden Brexit-Referendum erhöhte auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble den Druck auf die Briten.

"Ein "Brexit" wäre hart für jedermann - vor allem aber für Großbritannien", sagte Schäuble am Freitag in Berlin auf einer Investorenkonferenz der Deutschen Bank und verwies auf die Konsequenzen. Schäuble hatte zuvor stets betont, dass ein Votum für den "Brexit" nicht mit Nachverhandlungen wieder rückgängig gemacht werden könne.

Bei der Entscheidung der Briten geht es nach seiner Darstellung auch um die Vorzüge des EU-Binnenmarktes: "Drin heißt drin und raus heißt raus."

Mit Material der dpa

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(ben)