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Thomas Müller findet klare Worte zur AfD-Pöbelei: "Mehr Deutsch als Özil und Boateng geht kaum"

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  • Nationalspieler Thomas Müller hat sich zu den umstrittenen Aussagen des AfD-Vize Alexander Gauland geäußert
  • Dieser habe offenbar eine "andere Definition" von deutsch
  • "Mehr Deutsch als Özil und Boateng geht kaum", sagt der DFB-Star

Am Sonntag startet die deutsche Mannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft ins Turnier. Im Vorfeld war viel über die Mannschaft diskutiert worden, seltener ging es dabei allerdings um den Sport an sich.

AfD-Vizechef Alexander Gauland etwa hatte mit rassistischen Äußerungen über Jerome Boateng für Aufregung gesorgt und die Nationalmannschaft als "nicht mehr deutsch“ bezeichnet.

"Mehr Deutsch geht kaum"

Nun meldete sich Nationalspieler Thomas Müller zu Wort und bezog in der "Welt am Sonntag“ klar Stellung zu den Aussagen des AfD-Populisten: Dieser habe eine "andere Definition“ von Deutschsein als Müller. "Ich finde, Spieler wie Mesut oder Jérôme sind in Deutschland geboren und aufgewachsen. Mehr Deutsch geht kaum", sagte Müller.

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Damit antwortet Müller auch auf die Aussagen der AfD-Chefin Frauke Petry. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" hatte Petry den muslimischen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil attackiert. Dieser hatte im Internet ein Foto seiner Mekka-Reise veröffentlicht - für Petry eine scheinbar unangebrachte "öffentliche Zelebrierung“.

Müller lobt deutsche Willkommenskultur

Müller lobte im Interview nun die kulturelle Vielfalt des DFB-Teams: "Ich habe früh gemerkt, wie wichtig es ist, dass Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zusammenkommen und an einem Strang ziehen", sagte der 26-Jährige. "Nur so funktioniert es. Auch die Nationalmannschaft besteht ja längst nicht mehr nur aus Müllers und Neuers, sondern auch aus Özils oder Khediras. Trotzdem ist und bleibt es die deutsche Nationalmannschaft."

Auch zur Flüchtlingsthematik in Deutschland äußerte sich Müller. Es verdiene Respekt, wie die Deutschen bislang mit der Problematik umgegangen seien. "Und damit meine ich nicht nur Entscheidungen der Politik, sondern auch, wie viele Menschen helfen und versuchen, das Problem durch Anpacken zu lösen und nicht durch Jammern", sagte der Fußball-Weltmeister von 2014.

Auch der Innenminister unterstützt Boateng

Neben Teamkollege Müller sprang noch eine weitere prominente Persönlichkeit Jérôme Boateng zur Seite. Im Interview mit der "Bild am Sonntag“ sagte Innenminister Thomas de Maizière, er wolle AfD-Vize Alexander Gauland nicht als Nachbarn haben. "Ich hätte lieber Boateng als Nachbarn“, erklärte de Maizière gegenüber der Zeitung.

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Deutsche Spieler mit Migrationshintergrund wie Jérôme Boateng hält er im Team von Bundestrainer Löw für wichtig: "Sie sind nicht mehr wegzudenken. Dass das so ist, ist ein gutes Beispiel für gelebte Integration", so de Maizière.

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(LK)