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Wie Donald Trump vom Blutbad in Florida profitiert

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Wie Donald Trump vom Blutbad in Florida profitiert | dpa
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  • Vom Amoklauf in Orlando könnte der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump profitieren
  • Bereits jetzt nutzt er das Attentat, um für seinen politischen Kurs zu werben
  • Noch eine weitere Nachricht bringt Trumps Gegnerin Hillary Clinton heute in Bedrängnis

Nach dem Blutbad von Orlando befinden sich die USA in Schockstarre. Noch ist über die Motive des Täters nichts bekannt, seine Identität scheint dagegen geklärt. Und sie entfaltet bereits jetzt politische Sprengkraft.

Beim Täter soll es sich nach Medienberichten um einen Mann namens Omar Mateen handeln. Ein terroristischer Hintergrund sei nicht auszuschließen. Mateen soll afghanische Wurzeln haben, in den USA geboren sein. Medienberichten zufolge, habe das FBI Mateen beobachtet, eine Verbindung zum IS könne nicht ausgeschlossen werden.

Donald Trump meldete sich via Twitter zu Wort

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump verfasste nach Bekanntwerden der Tragödie mehrere Beiträge bei Twitter. Er nutzte den Amoklauf, um einmal mehr für seinen Anti-Einwanderungskurs zu werben.

In einem seiner Tweets hieß es: "Schlimmer Vorfall in Florida. Ich bete für alle Opfer und ihre Familien. Wann wird das aufhören? Wann werden wir endlich schlau, stark und wachsam?“

Trump: "Ich schätze die Glückwünsche"

Und er legte bei Facebook nach. Mit einem ausgesprochen geschmacklosen Post. In diesem bedankt sich Trump für die Glückwünsche, die er dafür bekommen habe, mit seiner Meinung gegenüber radikalem Islamismus richtig zu liegen. "Ich will aber keine Glückwünsche, ich will Stärke und Wachsamkeit! Wir müssen endlich schlau sein!

Der Republikaner nutzt Ängste

Trump, der immer wieder auch in der Kritik steht, homophob zu sein, wird die Blutbad im Schwulen-Club als politisches Narrativ missbrauchen, so viel ist sicher. Trump wirbt für eine harte Hand gegenüber Terror-Organisationen im Ausland, und Zuwanderern im Inland.

Wie eine neue Studie von William Galston vom berühmten US-Think-Tank Brookings ergab, glauben 80 Prozent der Trump-Unterstützer, dass "die Regierung Minderheiten zu sehr unterstützt“. 85% stimmen zu, dass "Amerika seine Identität verloren hat“. Vorfälle wie der in Orlando schüren Ängste, auf denen Trump seinen Wahlkampf aufbaut.

Eine andere Nachricht dürfte Clinton Sorge bereiten

Und eine weitere Nachricht dürfte den republikanischen Populisten heute siegessicher stimmen: Julian Assange, der Gründer der Enthüllungs-Plattform WikiLeaks verkündete, seine Organisation plane den Leak von weiteren E-Mails, die die demokratische Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton während ihrer Zeit als US-Außenministerin geschrieben hat.

Die E-Mails sind Gegenstand einer Kontroverse, da Clinton während ihrer Zeit als Außenministerin ihre Kommunikation über einen privaten Server laufen ließ. Clinton hatte sich im Ministerium keine Erlaubnis dafür eingeholt, den privaten Server zu nutzen.

Das Vertrauen leidet

Clinton übergab im Dezember 2014 rund 30 000 E-Mails an das State Department und das FBI. Allerdings entschied sie sich auch, 31 000 weitere E-Mails zu löschen - ihrer Ansicht nach waren sie privat.

Bereits im Mai waren auf richterlichen Erlass über 30.000 E-Mails von Hillary Clinton veröffentlicht worden. WikiLeaks arbeitete die enormen Datenmengen in einem nutzerfreundlichen Archiv auf.

Der Leak von weiteren privaten E-Mails kommt für Clinton zur Unzeit. Seit wenigen Tagen ist klar, dass die US-Präsidentschaftswahl sich zwischen dem Republikaner Donald Trump und Clinton entscheiden wird. Viele Experten prophezeien ein enges Rennen.

Clinton könnte durch den Leak weiter an Vertrauen einbüßen. Vertrauen, das sie gut gebrauchen könnte, in Tagen, in denen das Land von Gewalt, Unsicherheit und Sorge zerrüttet ist.

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