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Überwachung von ehemaligen IS-Kämpfern: während der EM: "Offiziell 500 Gefährder, die wir im Blick haben"

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DE MAIZIERE
Sicherheitsmaßnahmen während EM: "Es gibt offiziell circa 500 Gefährder, die wir im Blick haben" | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Deutschland verschärft während der EM seine Sicherheitsmaßnahmen
  • Ehemalige IS-Kämpfer werden stärker überwacht
  • Laut De Maizière handelt es sich um "500 Gefährder, die wir im Blick haben"

Während der vierwöchigen Fußball-Europameisterschaft werden auch in Deutschland die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Zu den Maßnahmen gehört, die deutschen ehemaligen IS-Kämpfer und Rückkehrer stärker zu überwachen.

Innenminister Thomas de Maizière sagte in einem Interview mit der "Bild am Sonntag": "Es ist üblich, dass die Sicherheitsbehörden anlässlich solcher Großereignisse besonders genau hinschauen." das gelte auch für die EM.

Der Aufwand für die Sicherheitsbehörden sei dabei sehr hoch, sagte de Maizière der Zeitung. "Es gibt offiziell circa 500 Gefährder, die wir im Blick haben. Das ist sehr aufwendig, aber unabdingbar."

Deutsche Beamte unterstützen Franzosen bei Grenzsicherung

Auch deutsche Hooligans sind während der bei der EM im Visier der deutschen und französischen Polizei. Dazu gibt es nach Angaben des Innenministers zwischen den beiden Ländern eine enge Zusammenarbeit. Nach wie vor seien gewalttätige Hooligans ein Sicherheitsrisiko.

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"Wir haben mit Frankreich einen Informationsaustausch über die polizeibekannten und gewalttätigen deutschen Hooligans eingerichtet und die Namen und Daten von rund 2500 Personen übermittelt", sagte der Minister der "BamS". Frankreich werde Grenzkontrollen durchführen und könne dann mit diesen Erkenntnissen arbeiten.

"An diesen Kontrollpunkten unterstützen deutsche Beamte, die sich in der Szene auskennen, die französischen Kollegen", so de Maizière weiter.

Dutzende Verletzte bei Ausschreitungen in Marseille und Nizza

Bei den Sicherheitsbehörden gingen aktuell eine Vielzahl an Hinweisen ein. Einen konkreten Hinweis auf einen Terror-Anschlag während der Fußball-EM gebe es aber nicht, konnte der Innenminister beruhigen.

Von Terrorwarnungen ist der EM-Start bisher in der Tat verschont geblieben. Dafür kam es in zwei französischen Städten bereits zu massiven Ausschreitungen zwischen Fan-Gruppen.

In Marseille kam es am Samstagabend während des Spiels zwischen England und Russland zu verstörenden Szenen. Russische Hooligans jagten englische Fans durch die Ränge.

Bei Krawallen auf den Straßen der Stadt wurden mehrere Menschen verletzt, ein Engländer schwebt sogar in Lebensgefahr.

Auch im südfranzösischen Nizza kam es am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag zu schweren Zwischenfällen mit mehreren Verletzten.

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