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Dieses Foto zeigt, wie sich Frauen fühlen, die vom IS-Terror befreit wurden

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Bei Manbidsch: Frauen feiern die Befreiung vom IS. | Rodi Said / Reuters
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Fröhlich tanzen die Frauen in einem Dorf am Rand der syrischen Stadt Manbidsch. Dabei entfernen sie ihren Nikab, den Gesichtsschleier, denn nun können sie sich endlich wieder frei bewegen.

Die Frauen haben wahrlich Grund zur Freude: Ihr Dorf wurde von den Terroristen des sogenannten Islamischen Staates (IS) befreit.

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Nach und nach verdrängen die Truppen der von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), eine Koalition aus kurdischen Truppen und arabischen Verbündeten, die Terrormiliz aus der Stadt, in der vor dem Bürgerkrieg rund 100.000 Menschen lebten. Heute sind es nach Schätzungen des US-Militärs nur noch etwa 40.000 Einwohner.

Das Ende der IS-Vorschriften

Weitere Aufnahmen aus der Stadt zeigen die Freude, nachdem die Terroristen vertrieben wurden. In einem Video auf Twitter sieht ein Kämpfer der SDF seit zwei Jahren zum ersten Mal seinen Vater wieder:

Der IS hatte zuvor strenge Regeln für alle Frauen erzwungen: Sie durften nur noch schwarze, weite Kleider tragen, die ihre Figur komplett verhüllen.

Dazu gehörte auch der Nikab, den die Frauen nun so demonstrativ ablegten, um ihre freudigen Gesichter zu zeigen.

Unter den schwarzen Gewändern kommen bunter Kleider zu Vorschein. Lange Kleider, die zwar auch wenig Haut zeigen, aber Freude ausstrahlen. Und Freude darüber, dass der Terror endlich vertrieben ist. Eine der Frauen hält sogar eine Zigarette zwischen den Fingern. Auch das Rauchen war unter der Herrschaft des IS verboten.

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(Frauen in Manbidsch feiern das Ablegen ihres Gesichtsschleiers. Quelle: Rodi Said/Reuters)

Hauptverbindung des IS in die Türkei unterbrochen

Die Stadt Manbidsch im Osten Syriens wurde erstmals 2014 vom IS eingenommen und hatte sich zu einem strategischen Stützpunkt für die Dschihadisten entwickelt.

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Manbidsch stellte eine Schnittstelle der Versorgungsleitung der extremistischen Gruppe zwischen der türkischen Grenze und der IS-Hochburg in Rakka dar.

Nun ist die Hauptverbindung in die Türkei unterbrochen. Die letzte Straße von Manbidsch zur türkischen Grenze sei von SDF-Kämpfern blockiert worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die IS-Miliz kontrolliere nur noch ein paar kleinere Straßen im Randgebiet der Stadt. Die Hauptroute am Grenzübergang Dscharablos sei in den Händen der SDF.

Rund 15.000 IS-Anhänger sind vermutlich nach dem Angriff der SDF geflohen. Rund 5.000 Kämpfer könnten noch in der Stadt und Umgebung verblieben sein.

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(LM)