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Gina-Lisa Lohfink erhebt massive Vorwürfe gegen das deutsche Rechtssystem - und Ministerin Schwesig schaltet sich ein

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Dieser Gerichtsstreit hält gerade Deutschland in Atem: TV-Sternchen Gina-Lisa Lohfink kämpft gegen ihre Verurteilung - sie soll die Männer Pardis F. und Sebastian C. zu Unrecht einer Vergewaltigung beschuldigt haben und 24.000 Euro Strafe zahlen.

Vor vier Jahren, im Juni 2012, ging Lohfink, die durch ihre Teilnahme an Germany's Next Topmodel bekannt wurde, mit den beiden Männern in einem Nachtclub feiern. Mit Pardis F. hatte sie in der Nacht davor Sex. Nach reichlich Alkohol hatte Lohfink einen Filmriss und konnte sich an nichts mehr erinnern - sie ist der Meinung, ihr wären K.O.-Tropfen gegeben worden.

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Ein von Gina Lisa Lohfink (@ginalisa86) gepostetes Foto am

Die beiden Männer streiten alles ab

Später tauchten mehrere Videos im Netz auf, die das TV-Sternchen beim Sex mit den beiden Männern zeigen. In den Videos ruft Lohfink mehrmals "Hört auf" und "Nein, nein, nein". Außerdem wirkt sie phasenweise apathisch. Für viele, die das Video gesehen haben, handelt es sich dabei eindeutig um eine Vergewaltigung.

Die Beschuldigten streiten alles ab. Der Anwalt der beiden Männer sagte gegenüber Spiegel Online, dass Lohfink sich mit "Hört auf" auf das Filmen und nicht den Sex bezogen habe - der sie einvernehmlich gewesen.

Die Staatsanwältin befand ebenso, dass es sich nicht um eine Vergewaltigung handelte und brummte Lohfink eine Strafe wegen falscher Beschuldigungen auf - dagegen hat das TV-Sternchen nun Berufung eingelegt. Jetzt muss Ende Juni das Amtsgericht in Berlin eine Entscheidung fällen.

Lohfink erhebt Vorwürfe an das deutsche Rechtssystem

In einem Interview mit "Spiegel Online" fragte Lohfink, ob sie denn erst umgebracht werden müsse, damit man ihr glaube und meinte bitter: "In unserem Rechtssystem läuft doch etwas falsch. Ich fühle mich überhaupt nicht mehr sicher in Deutschland. Wenn ich noch mal vergewaltigt werde, gehe ich sicher nicht zur Polizei."

Sie stellte auch eindeutige Forderungen an Justizminister Heiko Maas:"Die Politiker müssen endlich aufwachen. Justizminister Heiko Maas will zwar die Vergewaltigungsparagrafen ein bisschen verschärfen, aber das reicht nicht." Ein Nein müsse auch als Nein gezählt werden.

Eine verbale Ablehnung einer sexuellen Handlung reicht bisher nicht, um den Tatbestand einer Vergewaltigung zu beweisen - auch nicht in dem verschärften Gesetzesentwurf von Maas.

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Ministerin Schwesig unterstützt Lohfink

Doch es rührt sich Widerstand gegen die aktuelle Gesetzeslage: Bei ihrem Kampf erhält Lohfink Unterstützung. Viele Promis und Politiker schlagen sich auf die Seite des TV-Sternchens - es wird auch zu einer Demonstration aufgerufen. Nun äußerte sich auch als erste Bundesministerin Manuela Schwesig zum Fall Lohfink. "'Nein heißt nein' muss gelten. Ein 'Hör auf' ist deutlich", sagte Familienministerin Manuela Schwesig gegenüber "Spiegel Online".

Auch sie fordert eine "Verschärfung des Sexualstrafrechts, damit endlich in Deutschland die sexuelle Selbstbestimmung voraussetzungslos geschützt wird".

Lohfinks Anwalt lud derweil Justizminister Maas zum Prozess ein. "Aufgrund der derzeitigen Diskussionen zur Verschärfung des Strafrechts wäre es durchaus interessant, wenn er käme", erklärte er gegenüber "Bild".

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(lp)