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Frankreich feiert EM-Auftaktsieg gegen Rumänien – doch Oliver Kahn entlarvt Torschützen als Foulspieler

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  • Frankreich feiert EM-Auftaktsieg gegen Rumänien
  • Schiri Kassai übersieht Fouls vor zwei Toren
  • ZDF-Experte Oliver Kahn überführt Giroud des Foulspiels
  • Alle Tore der Partie seht ihr im Video oben

Kurze Drehung, Blick auf den Ball, wuchtig ausgeholt – und ab in den Torwinkel. Das sensationelle Tor von Dimitri Payet in der 89. Minute zum 2:1-Endstand gegen Rumänien lässt Frankreich beim Auftakt der Euro 2016 jubeln.

Es war der starke Schlusspunkt eines unterhaltsamen ersten EM-Spiels. Frankreich gewinnt letztlich glücklich, aber nicht unverdient. Die Euphorie im Gastgeberland nimmt nun an Fahrt auf.

ZDF-Experte Oliver Kahn entdeckt als einziger Girouds Foulspiel

Überschattet wird der Erfolg von zwei folgenschweren Fehlern des insgesamt souverän leitenden Schiedsrichters Viktor Kassai. Vor dem 1:0 durch Olivier Giroud (57. Minute) übersieht der erfahrene Referee, dass der französische Stürmer vor seinem Kopfball unfair den Arm des rumänischen Torwarts wegdrückt.

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Was während des Spiels wie ein fieser Torwartfehler aussieht, entlarvt ZDF-Experte Oliver Kahn als klares Foulspiel. Kurios: Der ehemalige Welttorhüter musste sogar erst Schiri-Experten Urs Meier überzeugen – die Zeitlupe gibt Kahn schließlich recht.

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(In der Zeitlupe klar zu erkennen: Frankreichs Stürmer Olivier Giroud foult Rumäniens Torwart Ciprian Tatarusanu vor dem 1:0 - der Treffer hätte nicht zählen dürfen. Quelle: ZDF)

"Torhüter hat keine Chance mehr"

ZDF-Moderator Oliver Welke plauderte die kontroverse Situation im Hinterzimmer des Studios in Paris aus. "Der Olli kam ins Zimmer und rief: 'Das war das klarste Foul, das er jemals gesehen hat'", sagte er.

Kahn selbst legte nach: "Sonst hätte es nämlich gar keiner gesehen.“ Und dann erklärt er: "Das sieht man wirklich nur in dieser Einstellung, wo man eben genau sieht, dass Giroud mit seinem Ellbogen in die Arme des Torhüters reingeht. Dadurch hat der Torhüter keine Chance mehr, den Ball festzuhalten."

Rumänien hadert – und profitiert danach selbst von Schiri-Patzer

Urs Meier stimmt zu und erneuert seine Forderung nach einer Professionalisierung der Schiedsrichter. "Das sind Übungen, die man mit den Schiedsrichtern machen könnte. Du musst das Auge schulen."

Also Pech für Rumänien?

Ja, aber die Ungerechtigkeit gleicht sich vor dem 1:1 aus. Denn dem Elfmeterpfiff von Kassai geht wiederum ein ungeahndetes Foulspiel eines rumänischen Stürmers voraus. "Die Nummer 9 (Denis Alibec, Anm.d.Red.) unterläuft zuerst Matuidi, das ist ein Stürmerfoul der Rumänen, das hätte gepfiffen werden müssen", konstatiert Schiri-Experte Meier.

Weiterer Grund für Einführung des Videobeweises

Ein Fehler links, ein Fehler rechts – am Ergebnis der Partie haben die Schiri-Patzer nicht viel geändert. Für Referee Kassai und die Schiedsrichter-Verantwortlichen der Uefa dürfte es dennoch ein sehr unbefriedigender Abend gewesen sein.

Immerhin: Der Einsatz des Videobeweises soll bereits ab der kommenden Saison erprobt werden. Vielleicht sind solche Fehleinschätzungen schon bei der WM 2018 in Russland passé.

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(ca/lk)