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Auweia! ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann offenbart bei ihrer EM-Premiere eine große Schwäche

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CLAUDIA NEUMANN
Auweia! ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann offenbart bei ihrer EM-Premiere eine große Schwäche | dpa / Getty
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  • Claudia Neumann ist die erste Kommentatorin eines Männer-Länderspiels
  • Ihr Debüt bei Wales gegen die Slowakei verlief durchwachsen
  • Von den Zuschauern gibt es bisher viel Zuspruch

“Ball rollt, Spiel läuft, jetzt müssen Beine in Bewegung geraten” – mit diesem Satz ist Claudia Neumann am Samstag um 18 Uhr in ihr erstes Männer-Länderspiel gestartet. Die 51-Jährige feierte beim EM-Spiel Wales gegen Slowakei (2:1) ihre Premiere im ZDF.

Die Huffington Post hat ihr genau zugehört und beantwortet die wichtigsten Fragen.

1. War bei Neumann Nervosität zu spüren?

Nein. Die erfahrene Reporterin hatte sich bestens vorbereitet. Als sie auf Sendung ging, wirkte ihre Stimme fest und sicher.

2. Wie steht es um ihr Fußball-Fachwissen?

Neumann glänzte mit gutem Spielverständnis (“zu wenig Bewegung vorne bei den Slowaken”) und wusste über jeden Spieler viele Details mitzuteilen (“Ramsey spielt auch mal gerne mit der Hacke”). Taktische Details entgingen ihr nie. Kleiner Lapsus: Sie stellte bei Wales Wayne Hennessy ins Tor, der ist aber verletzt. Ihr ZDF-Einflüsterer half ihr schnell. Neumann daraufhin: “Verzeihung, da ist natürlich Danny Ward im Tor.”

3. Konnte sie die Emotionen transportieren?

Eine weibliche Stimme bei einer EM klingt natürlich zunächst ungewohnt, Neumann legte erstmals in der 3. Minute bei Hamsiks Großchance erstmals richtig los: “Mannomann, geht das hier los!”, rief sie. Insgesamt aber auffällig: Die ZDF-Frau hielt sich sehr zurück, sie redete viel weniger als die meisten ihrer männlichen Kollegen.

4. Wie sah es mit der Floskel-Dichte aus?

Neumann hatte sich zwar vorgenommen, sich nicht abgedroschener Allgemeinplätze zu bedienen (im “Zeit”-Interview hatte sie gesagt: “Ich werde versuchen, nicht die Dinge zu sagen, die jeder sagt”), aber dann fielen doch Begriffe wie “Mund abputzen” oder “das Publikum ist wieder da” oder “er kann Dampf machen”.

5. Konnte sie auch sprachliche Glanzpunkte setzen?

Das kann man nicht wirklich behaupten. Ab und zu verhedderte sich Neumann. “War der Ball da an die Hand kommen?”, sagte sie in der ersten Halbzeit. Und nach der Halbzeitpause: “Wir müssen konsternieren” statt “konstatieren”. Auweia!

6. Gab es weitere Schwächen?

Ja, leider ja. Neumann offenbarte große Probleme bei der Zweikampfbeurteilung. Drastischstes Beispiel: In der 31. Minute schlägt der slowakische Verteidiger Martin Skrtel dem kleinen Waliser Jonathan Williams mit Wucht den Ellbogen gegen den Hals. Ein klarer Elfmeter.

Doch Neumann meint auch nach den Zeitlupen: “Ich bleib dabei, das ist nicht elfmeterreif gewesen.” Auf Hinweise ihrer Redaktion muss sie sich nach und nach korrigieren. “Für mich sah das nach angelegtem Arm aus, aber hundertprozentig festlegen will ich mich nicht.” Erst nach der Halbzeit gesteht sie zähneknirschend ein: “In der Tat war da eine ganz aktive Bewegung von Skrtel.”

7. Wie reagierten die ZDF-Experten im Studio auf diese Fehlleistung?

Mit überraschend klarer Kante. Für Oliver Kahn war es “ein klarer Elfmeter, klarer geht es nicht mehr”. Und Moderator Oliver Welke sagte über den Torlinienrichter, der das Foul direkt vor seiner Nase übersehen hatte: “Entweder haben wir es da mit sehr viel Dioptrien zu tun oder er hat das Regelwerk nicht so richtig verstanden.”

Es klang leider auch wie Spott über die Kollegin. Es war leider nicht die einzige Regelschwäche von Claudia Neumann. Hand oder nicht Hand? Foul oder nicht Foul? Gelb oder nicht Gelb? Die 51-Jährige rätselte sich durchs Spiel und wollte sich meistens erst gar nicht festlegen. Das ist eigentlich zu wenig für einen Livekommentar. Man hätte sich mehr Unterstützung aus der ZDF-Redaktion gewünscht.

8. Wie waren die Reaktionen der Zuschauer auf ZDF-Frau Claudia Neumann?

Sehr positiv. Außer wenigen peinlichen und sexistischen Kommentaren wurde sie in den sozialen Netzwerken gelobt.

Es gab aber auch Kritik:

Die viele Aufmerksamkeit sei ihr unangenehm, hatte Claudia Neumann vor ihrem EM-Auftakt gesagt. Am 17. Juni darf sie sich wieder beweisen, dann kommentiert die Fußball-Fachfrau das EM-Spiel zwischen Italien und Schweden.

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(lp)