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Diese Verhütungsmethode kann euch in Lebensgefahr bringen - und viele wissen nicht davon

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Holding an IUD birth control copper coil device in hand, used for contraception - front view | WANDER WOMEN COLLECTIVE via Getty Images
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Kondom, Pille, Nuvaring, Pflaster oder doch lieber die Spirale? Das Angebot an Verhütungsmitteln ist groß, doch vielen fällt die Entscheidung schwer,

Das Kondom ist meistens lästig und die Pille wird schnell vergessen, da scheint die Spirale eine passende Alternative. Eine Alternative, die bei falschem Einsetzen oder Verschieben in der Gebärmutter schwerwiegende Folgen haben kann.

Frau schwebt wegen Spirale in Lebensgefahr

Diese Nebenwirkungen musste Saskia Longaretti am eigenen Leib erfahren, wie das Onlinemagazin "Broadly Vice" berichtet. Der Musikerin wurde vor drei Jahren eine Kupferspirale eingesetzt. Anfang des Jahres wäre sie fast daran gestorben.

Die 27-Jährige klagte Ende 2015 über starke Bauchschmerzen und fand einen Knoten am Muttermund. Sie ging zu ihrer Hausärztin, um das Ganze überprüfen zu lassen. Die Ärztin hat das aber unter anderem als Reizdarmsyndrom abgetan und einen Ultraschalltermin vorgeschlagen.

Es fühlte sich an wie "ein Stück Hühnchenleber"

Den Ultraschall wollte sie Anfang dieses Jahres machen – es waren ja immerhin Feiertage dazwischen. Für Longaretti waren die Schmerzen unerträglich. Als auf der Toilette eine fleischige Masse aus ihr herauskam, ging sie unverzüglich ins Krankenhaus. „Es hat sich angefühlt wie ein Stück Hühnchenleber und war ungefähr zwei Finger groß“, sagt sie gegenüber "Vice Broadly".

Im Krankenhaus stellte die Ärztin fest, dass Longaretti eine Fehlgeburt hatte – eine Eileiterschwangerschaft. Der kleine Fötus hat sich außerhalb ihrer Gebärmutter entwickelt und ist gestorben - was eigentlich nicht möglich sein sollte, wenn jemand mit Spirale verhütet. Longarettis Zustand war kritisch, lebensbedrohlich. Aus ihrem Bauch kam ein Viertel Liter Blut.

Spiralen mit unterschiedlichen Auswirkungen

Bei den Spiralen gibt es einen Unterschied in der hormonellen Zusammensetzung: Es werden sowohl nicht-hormonelle Kupferspiralen, als auch Hormonspiralen angeboten. Die Kupferspirale, die auch Longaretti eingesetzt wurde, besteht aus einem T-förmigen Kunststoffstäbchen, dessen Schaft mit einem feinen Kupferdraht umwickelt ist, der Kupferione in die Gebärmutter abgibt. Die Spirale gibt es in unterschiedlichen Formen und Größen, die zwischen 2,5 und 3,5 Zentimeter variieren.

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„Unter einer Kupferspirale kann es zu einer Verstärkung und Verlängerung der Monatsblutung kommen. Frauen, die ohnehin sehr stark bluten, sollte von einem kupferhaltigen Intrauterinpessar abgeraten werden“, sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte auf Anfrage der Huffington Post.

Die Hormonspirale
besteht ähnlich wie die Kupferspirale aus einem T-förmigen Kunststoffteil, in dessen Schaft sich allerdings ein Hormondepot befindet. Diese Spiralen geben das synthetisch hergestellte Hormon Levonorgestrel direkt in die Gebärmutterschleimhaut ab. Dieses Hormon macht den Schleim in dem Gebärmutterhals dicker und wird so für Spermien undurchlässiger.

Einige Frauen fühlen sich nicht richtig informiert

Betroffene Frauen haben bei der Jahreskonferenz des Bayer-Konzerns in Rahmen eines Protestes dem Unternehmen vorgeworfen, zu wenig aufgeklärt worden zu sein. Ärzte hätten beim Gespräch über diese Verhütungsmethode eher das Positive - etwa die Kostenersparnis - hervorgehoben.

"Ich habe eine Kostenaufrechnung gekriegt, was man sich spart im Gegensatz zur Pille und im Gegensatz zu den Hygieneartikeln, die man so braucht im Laufe des Zyklus", sagte die betroffene Christine gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Auch Christiane Fischer, ärztliche Geschäftsführerin der Initiative unbestechlicher Ärzte MEZIS e.V. und Mitglied im deutschen Ethikrat, sieht darin ein Problem: "Die Nebenwirkungen werden nicht gut genug an die Patienten kommuniziert."

Besonders in der Kritik steht die Spirale Mirena von Bayer, deren Nebenwirkungen bei Informationsgesprächen scheinbar nicht richtig klargestellt werden, wie in manchen Foren thematisiert wird.

So kann es sehr häufig bis häufig zu Nebenwirkungen wie beispielsweise Entzündungen der Scheide und des äußeren Genitals, verstärkten Blutungen, Depressionen und Nervosität kommen. In seltenen Fällen kann es passieren, dass die Gebärmutter durchstoßen wird - die Liste der unerwünschten Wirkungen ist noch viel länger.

Eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ergeben, dass zehn Prozent der Frauen im Alter von 30 bis 39 Jahren auf die Spirale zurückgreifen. Zwar sind Pille und Kondom immer noch auf den ersten Plätzen, allerdings sind diese Produkte auch wesentlich länger auf dem Markt.

Der Fall von Longaretti zeigt, wie gefährlich sowohl Kupfer-, als auch Hormonspiralen sein können, allerdings hat jeder hormonelle Eingriff auf den Körper eine extreme Auswirkung. "Die nebenwirkungsärmste Methode ist immer noch das Kondom", sagt Ärztin Christiane Fischer.

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