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Putschplan gegen Merkel: Wie ein Teil der SPD-Spitze die GroKo hochgehen lassen wollte

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Putschplan gegen Merkel: Wie ein Teil der SPD-Spitze die GroKo hochgehen lassen wollte | dpa
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  • Nach dem Gauck-R√ľckzug sucht SPD-Chef Gabriel offenbar h√§nderingend einen Nachfolger aus seinem Lager
  • Offenbar wollte ein Mitglied der SPD-Spitze die Nachfolgedebatte f√ľr einen Putschplan gegen Merkel nutzen
  • Laut einem Bericht war Gabriel die Angelegenheit jedoch zu hei√ü

Wer beerbt das Amt von Bundespr√§sident Joachim Gauck? Es ist eine Frage, die jetzt schon Politikum ist - und die in den kommenden Monaten f√ľr weiteren √Ąrger innerhalb der gro√üen Koalition sorgen d√ľrfte.

Die Union will keinen SPD-Kandidaten, die SPD keinen Merkel-Schutzbefohlenen. Dabei braucht die zerstrittene GroKo derzeit alles - nur keine Debatte √ľber ein politisches Vakuum an der Spitze des Landes.

Gabriel will signalisieren: Es gibt eine linke Machtoption in Deutschland

Bei der Suche nach einem neuen Partei-Image scheint SPD-Chef Sigmar Gabriel derzeit besonders darum bem√ľht zu sein, einen rot-rot-gr√ľnen Kandidaten ins Spiel zu bringen - auch wenn er √∂ffentlich zur Zur√ľckhaltung in der Nachfolgedebatte aufruft.

Ein ge¬≠mein¬≠sa¬≠mer Kan¬≠di¬≠dat von SPD, Gr√ľ¬≠nen und Lin¬≠ken soll Merkel wom√∂glich signalisieren: Es gibt eine linke Machtoption in der Bundesrepublik.

Ein Mitglied der engeren SPD-Parteif√ľhrung wollte das Polit-Geschacher um die Gauck-Nachfolge k√ľrzlich gar dazu nutzen, um den ganz gro√üen politischen Knall im Berliner Regierungsviertel auszul√∂sen.

Mitglied der SPD-Parteif√ľhrung wollte Koalition platzen lassen

Wie der "Spiegel" berichtet, habe das (namentlich nicht genannte) Mitglied der SPD-Parteispitze einen Putschplan bei Gabriel hinterlassen. F√ľr den Fall, dass Mer¬≠kel weiterhin auf ei¬≠nem Uni¬≠ons¬≠po¬≠li¬≠ti¬≠ker als Pr√§¬≠si¬≠dent¬≠schafts¬≠kan¬≠di¬≠da¬≠ten be¬≠har¬≠re, sol¬≠le man die¬≠se "Pro¬≠vo¬≠ka¬≠ti¬≠on‚Äú zum An¬≠lass neh¬≠men, die Ko¬≠ali¬≠ti¬≠on plat¬≠zen zu las¬≠sen - und auf Neu¬≠wah¬≠len zu¬≠zu¬≠steu¬≠ern, berichtet das Blatt.

Gabriel war dieses Vorhaben offenbar zu heiß - laut dem Magazin wollte er nicht so weit gehen und den Putschgedanken seines Parteikollegen weiter verfolgen.

Gabriel mahnt in Mail an Parteivorstand, "cool zu bleiben"

Wie wichtig Gabriel die Gauck-Nachfolge jedoch weiterhin ist, zeigen Mails des SPD-Chefs an seine Vorstandsmitglieder, aus denen der "Spiegel" zitiert. Darin mahnt Gabriel, "cool zu blei­ben und ab­so­lu­te Ruhe zu be­wah­ren“. Je­der Name, der jetzt ge­nannt wer­de, sei "so­fort ver­brannt“.

So et¬≠was, schrieb Ga¬≠bri¬≠el, "ge¬≠f√§hr¬≠det denk¬≠ba¬≠re B√ľnd¬≠nis¬≠se‚Äú.

In der gro√üen Koalition wurde die Personaldebatte nach der R√ľckzugsank√ľndigung von Gauck zuletzt immer gereizter. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann schloss am Dienstag aus, dass nach jetzigem Stand ein CDU-Politiker ins Schloss Bellevue einziehen werde - weil die Union ja auch keinen Sozialdemokraten wolle.

Oppermanns Amtskollege Volker Kauder (CDU) reagierte w√ľtend: Er rate jedem, sich in der Frage zur√ľckzuhalten.

Gauck hatte mit seiner Ank√ľndigung die Parteien unter Zugzwang gesetzt. Zwar betonten alle unisono, sie wollten aus Respekt vor Amt und Amtsinhaber keine hektische Nachfolgediskussion.

Allerdings werden schon etliche Namen gehandelt: etwa Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle.

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