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Nach Wirbel um Burkini-Verbote: Oberhausen geht einen umstrittenen Weg

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BURKINI
Immer mehr Schwimmbäder sprechen sich für Burkinis aus – diese deutsche Stadt geht einen anderen Weg | dpa
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  • Zuletzt haben mehrere Bäder Burkinis untersagt
  • Oberhausen ging diesen Schritt bereits vor vielen Jahren
  • Nun fällt das Verbot. Die Begründung des Betreibers dürfte jedoch nicht jedem gefallen

Eine Vielzahl von Schwimmbädern im deutschsprachigen Raum hat zuletzt ein Burkini-Verbot beschlossen - oder zumindest in Erwägung gezogen. Das Hallenbad von Neutraubling untersagte gerade erst als erstes Schwimmbad in Bayern, Frauen einen Ganzkörperschwimmanzug zu tragen.

Vor mehreren Wochen hatte ein Frauenbad in Basel Burkinis verboten. Einzelne Schwimmbäder wie etwa in Dortmund hatten schon vor Jahren beschlossen, Frauen mit Burkinis nicht ins Becken zu lassen.

In Oberhausen setzte man besonders früh auf ein Burkini-Verbot - und die dortigen Bäder sorgten in den vergangenen Jahren mit der restriktiven Umsetzung mehrfach für Wirbel. Doch damit soll nun Schluss sein.

Oberhausener Bäder-Chef: "Habe mich für die Toleranz entschieden“

Die für die Bäder zuständige Stadttochter Oberhausener Gebäudemanagement (OGM) erlaubt einem Bericht der „WAZ“ zufolge seit dieser Woche streng muslimischen Frauen in Burkinis, öffentlich zu baden.

Ab sofort seien Ganzkörperbadeanzüge erlaubt. Zumindest dann, wenn sie aus dem gleichen synthetischen Material bestehen wie herkömmliche Badehosen. So hofft das Bad, dass die Hygiene dennoch gewährleistet bleibt. Mit letzterer hatte die Stadt das Verbot in den vergangenen Jahren stets gerechtfertigt.

OGM-Chef Hartmut Schmidt, der für die Huffington Post zunächst nicht erreichbar war, sagte dem Blatt: „Ich war viele Jahre gegen die Erlaubnis für Burkinis, aber ich habe mich für die Toleranz und gegen die Repression entschieden.“ Innerhalb der vergangenen zwei Jahre habe es über hundert Anfragen muslimischer Bürger gegeben, ob man das Tragen von Burkinis nicht doch in den öffentlichen Bädern erlauben könne.

Scharfe Debatten in manchen Gemeinden

Bislang blieben größere Proteste gegen die Oberhausener Entscheidung aus. Doch das Konfliktpotential ist groß. Mancherorts wie in Kehl in Baden-Württemberg wurde zuletzt im Stadtrat scharf über ein mögliches Burkini-Verbot gestritten. Viele Lokalpolitiker hatten sich zuvor dafür stark gemacht.

In Konstanz drohte bereits 2014 gar eine gerichtliche Auseinandersetzung, nachdem einer muslimischen Frau der Zugang in ein öffentliches Bad verwehrt wurde. Ob allerdings in Oberhausen überhaupt muslimische Frauen von dem neuen Angebot Gebrauch machen, bleibt jedoch abzuwarten.


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(ca)