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"Maybrit Illner": Diese Worte eines Terror-Experten zur EM lösen Angst aus

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MAYBRIT ILLNER
André Schulz (links), der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter bei "Maybrit Illner" | ZDF Mediathek
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  • Bei Maybrit Illner ging es um Terrorsorgen vor der EM
  • Zwei Sicherheitsexperten gaben sich nur wenig Mühe, Fußballfans die Angst zu nehmen
  • Stattdessen machten sie besorgniserregende Aussagen

Am heutigen Freitag beginnt die Fußball-Europameisterschaft. Doch so richtig scheint sich keiner darauf zu freuen. Die große Frage ist, ob es während des Fußball-Spektakels zu einem Terroranschlag kommen wird.

Von Geheimdiensten und Sicherheitsexperten kommen widersprüchliche Signale. Das heißt es oft, dass die EM natürlich ein Ziel des IS sei und die Bedrohungslage ernst - aber trotzdem könne man ohne Bedenken in Paris ins Stadion oder zum Public Viewing gehen.

Terror-Experten gaben sich wenig Mühe, Ängste zu zerstreuen

Der deutsche Geheimdienst Chef Gerhard Schindler sagte in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung, dass er jederzeit mit seiner Familie in ein Stadion gehen würde - gab aber zu, dass er selbst keine EM-Tickets besitzt. Wirklich beruhigend klingt das nicht.

Bei Maybrit Illner saßen gleich zwei Sicherheitsexperten: André Schulz, der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter und Guido Steinberg, Terrorismusexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik.

Dazu passend: Terror bei EM 2016 - UEFA schließt Spiele vor leeren Rängen nicht aus

Leider gaben die beiden sich wenig Mühe, den Zuschauern die Angst zu nehmen. Steinberg sagte, dass es Warnungen von ausländischen Geheimdiensten, Bundesverfassungsschutz und Europol vor möglichen Anschlägen des IS gebe, die ernst genommen werden müssten.

Brüssel-Attentäter wollten ursprünglich die EM angreifen

Er wies darauf hin, dass die Brüssel-Attentäter ursprünglich die EM als Ziel gehabt hatten, sich dann aber aufgrund des Fahndungsdrucks entschlossen hätten, schon früher in der belgischen Hauptstadt zuzuschlagen.

Allerdings sei es fraglich, ob die Terrormiliz nach den Attacken in Paris und Brüssel noch die Ressourcen für einen "anspruchsvollen Anschlag" habe.

Die Frage sei nun, ob es nach der Zerschlagung der IS-Netzwerke in Brüssel und Paris "noch eine zweite Struktur" geben - also ein zweites Terror-Netzwerk, das bisher unbemerkt geblieben ist. "Die Nachrichten sind besorgniserregend", sagt er.

Er beklagte, dass es durch den Zustrom von Flüchtlinge zu einer "enormen Verschlechterung" der Sicherheitslage gekommen sein. Der IS habe die unkontrollierte Zuwanderung von Flüchtlingen ausgenutzt, um seine Anhänger einzuschleusen.

"Paris ist ein Hotspot für Terroristen"

Auch Schulz löst die Ängste der Fußball-Fans nicht. "Paris ist ein Hotspot für Terroristen", sagt er schon bei seiner Vorstellung in der Sendung.

Er beklagte sich, dass die Franzosen die vom deutschen Innenminister Thomas de Maizière angebotene Unterstützung nicht angenommen hätten. Die deutsche Polizei sei mit gerade mal zwölf Mann vertreten - und auch die dürften erst seit Freitag ihre Pistole mitnehmen.

Auch andere Worte des Kriminalisten machten da eher Angst. Als Illner ihn fragte, wie sorgfältig Deutschland die insgesamt 500 islamistischen Gefährder überwachen könne, antwortet er: "Soll ich ehrlich sein?"

Er wies dann darauf hin, dass die Polizisten überlastet sein und daher gar nicht in der Lage seien, potentielle Terroristen ständig zu überwachen. Wir geraten dann mal in Panik.

Rein prophylaktisch.

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(lk)