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Jonathan Meese: Was macht der Kunst-Guru mit seinem vielen Geld?

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Jonathan Meese bei einer Veranstaltung in Berlin

Er ist das Enfant terrible unter den deutschen Künstlern. Der Maler Jonathan Meese (46) provoziert mit seinen Bildern, Skulpturen, Performances und Installationen das Publikum wie kaum ein anderer. Am liebsten thematisiert der in Tokio geborene Sohn eines walisischen Bankiers und einer Stuttgarterin "den deutschen Wahn". Beim Thema Geld ist er jedoch erstaunlich nüchtern.

Der bärtige Künstler, der für eines seiner zahlreichen Gemälde fünfstellige Preise erzielt, wird finanziell von seiner Mutter betreut. "Sie ist perfekt in Bankangelegenheiten. Ich verdiene viel Geld und habe sehr viel Geld verdient. Das wird alles in die Kunst gesteckt", sagte er in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Möglicherweise fließen Millionen auf seine Konten, denn Meese produziert "sehr viel, wie Picasso. Ich freue mich, wenn die Kunst verkauft wird, und auch, wenn die Preise kontinuierlich steigen".

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"Keine Reichenbespaßung"

Seine Kunst sei "keine Reichenbespaßung. Aber dass ein reicher Mensch ein Bild kauft, ist doch super. Mir schreiben so viele Menschen Briefe: Ich kann mir Ihre Zeichnungen nicht leisten, schicken Sie mir bitte eine umsonst. Nein! Warum? Ich kann auch nicht in die Bäckerei gehen und alles gratis haben wollen. Die sollen sich selber eine Zeichnung malen, das ist doch kein Problem. Dieser Guruismus, scheiße, das interessiert mich nicht."

Seine Einkünfte investiert er in ein riesiges Berliner Atelier, in Farben, Leinwände - und Bücher, von denen er "50.000 bis 60.000" besitzt. Ansonsten sei er nicht teuer, er habe kein Auto, keine Yacht. Auch für Kleidung gebe er nicht besonders viel aus. "Meine Standard-Uniform" - dunkelblaue Jacke, schwarze Hose - "kostet 150 Euro: Ich habe 40 solcher Adidas-Jacken und 50 solcher Hosen und ein paar Schuhe. Das war's".