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Mutter warnt: Mein Tochter starb nach Kuss ihres Freundes - jeder sollte die Ursache kennen

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Es ist ein Fall, der in Kanada für Schlagzeilen sorgte: Die 20-Jährige Myriam Ducre-Lemay aus Montreal starb, nachdem ihr Freund ihr einen Gute-Nacht-Kuss gab. Zuvor hatte er noch ein Sandwich mit Erdnussbutter gegessen. Was er nicht wusste: Myriam war extrem allergisch gegen Erdnüsse.

Freund wusste nichts von Erdnuss-Allergie

Der tragische Fall ereignete sich bereits 2012, nachdem Myriam und ihr Freund nach einer Party zum ihm nach Hause gingen, berichtet die britische Zeitung "Daily Mail".

Der Fall rückt jetzt noch einmal ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, weil die Mutter von Myriam mit einer Kampagne auf die tödlichen Gefahren von Allergien und auf die Todesursache hinweisen will.

Und so lief der Fall ab: Myriam legte sich schlafen, ihr Freund schmierte sich noch ein Erdnussbutter-Sandwich. Als er sich zu ihr ins Bett legte, gab er ihr noch einen Kuss. Kurz darauf passierte es: Myriam bekam einen allergischen Schock.

"Erdnussallergene sind biochemisch sehr stabil - im Gegensatz zu Allergenen von zum Beispiel Früchten und Gemüsen - und werden nur relativ langsam abgebaut", sagte Georg Schäppi, Geschäftsleiter vom Allergiezentrum Schweiz gegenüber der Huffington Post.

Deshalb sei für Allergiker das Küssen einer Person, die Erdnüsse oder Erdnussbutter gegessen hat, in den ersten Stunde gefährlich. "Man muss davon ausgehen, dass Erdnussallergene über einige Stunden im Speichel nachweisbar sind", warnt der Allergologe.

Aber nicht nur Erdnüsse können im schlimmsten Fall tödliche Allergieschocks auslösen, warnt der Experte. Sondern auch Nüsse im Allgemeinen, Sojaprodukte oder Milch.

Da das junge kanadische Paar erst kurze Zeit zusammen war, wusste ihr Freund nichts von ihrer schweren Erdnuss-Allergie. "Leider hatte Myriam nicht mehr die Zeit, um ihm zu sagen, dass sie eine Erdnuss-Allergie hat", beteuerte die Mutter Micheline in einem Interview mit der kanadischen Zeitung "Journal de Quebec".

Adrenalin-Spritze hätte Leben retten können

Nach dem Notruf kamen die Sanitäter innerhalb von Minuten. Aber es war bereits zu spät: Als Myriam im Krankenhaus ankam, konnte nichts mehr für sie getan werden. Der allergische Schock hatte ihr das Leben gekostet.

"Eine schwere allergische Reaktion kann innerhalb von Minuten zum Tod führen – da reicht es nicht, sich auf den Notarzt zu verlassen. Ein Notfallset, richtig angewendet, kann Leben retten", sagt Schäppi.

Vielleicht wäre Myriam noch am Leben, wenn sie solch ein Notfallset dabei gehabt hätte. In diesem ist eine kleine Spritze, die mit dem Hormon Adrenalin gefüllt ist.

Mutter möchte Allergiker für Gefahren sensibilisieren

Injizieren sich Allergiker das Adrenalin schnellstmöglich in den Oberschenkel, kann das Verengen der Blutgefäße verhindert werden und die Atemwege weiten sich wieder. Die Symptome des Schocks werden unterbunden.

"Menschen mit bekannten schweren Allergien müssen im Sinne ihrer Selbstverantwortung jederzeit ihren Allergiepass und ihr Notfallset dabeihaben", rät Schäppi. In solchen Notfallsets (in Apotheken und Arztpraxen erhältlich) ist auch der Autoinjektor mit Adrenalin enthalten.

Myriam hatte ihre Spritze leider nicht dabei. Deshalb möchte ihre Mutter nun das Bewusstsein für die Gefahren von Allergien erhöhen, indem sie öffentlich über den Tod ihrer Tochter spricht.

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(ben)