Huffpost Germany

Mutter schreibt Dankesbrief an die Mutter, die ihren Sohn gemaßregelt hat

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Auf der Facebook-Seite "Love what matters" hat die Mutter Karen Alpert einen Brief an eine Unbekannte geschrieben, die ihren Sohn auf dem Spielplatz gemaßregelt hat.

Der Grund: Die Tochter der Unbekannten hat ihre ersten Kletterversuche auf einem Spielzeuggerüst gemacht. Der Sohn von Alpert wollte das Gleiche tun - ist aber schon wesentlich erfahrener als das Mädchen. Also ist er einfach an ihr vorbei geklettert und hat das Mädchen dadurch zu Fall gebracht.

Eine fremde Mutter schimpfte ihren Jungen

Daraufhin hat die Mutter des Mädchens Alperts Jungen gemaßregelt. In einem Facebook-Post bedankte sich Alpert nun bei der Unbekannten, da sie nicht vor Ort sein konnte, um das selbst zu machen.

"Liebe Unbekannte, die mein Kind auf dem Spielplatz gemaßregelt hat,

woah woah woah, lass mich das kurz klarstellen. Deine Tochter war heute am Klettergerüst? O.k., verstanden. Und mein Kind wollte auch am Gerüst klettern? Ganz klar. Dein Kind kennt das Klettergerüst noch nicht und hat etwas länger gebraucht, um am Ende anzukommen. Mein Sohn hatte keine andere Möglichkeit, als um deine Tochter herumzuklettern und hat sie dabei geschubst. Sie ist heruntergefallen und hat angefangen zu weinen? Hmmm, o.k.

Ich weiß, ich hätte bei meinem Sohn sein sollen, als das alles passiert ist, aber ich war auf der anderen Seite des Spielplatzes, wo der Freund meines Sohnes geweint hat. Nein, ich war nicht da, aber gibt dir das das Recht, meinen Sohn zu maßregeln? Gibt dir das das Recht, mit ihm streng zu reden? Gibt dir das das Recht, dich so zu verhalten, als wärst du die Person, die für ihn verantwortlich ist, obwohl er MEIN Kind ist?

Äh, ja. Ja das tut es.

Ich hatte heute nicht die Möglichkeit dir das zu sagen, aber DANKESCHÖN.

Wenn sich mein Kind wie ein Trottel verhält und ich, aus welchem Grund auch immer, nicht vor Ort bin, hast du meine Erlaubnis, ihm zu sagen, dass er damit aufhören soll. Ich sage nicht, dass du das Recht hast, ihn in irgendeiner Weise anzufassen oder unkontrolliert anzuschreien (nur ich habe das Recht dazu).

Aber tu dir keinen Zwang an, ihn zu maßregeln, wenn er nicht warten kann bis er an der Reihe ist. Oder wenn er die Rutsche hochläuft. Oder wenn er Holzspäne wirft. Oder wenn er Schimpfwörter benutzt. Oder wenn er ein Rüpel ist. Oder wenn er irgendetwas macht, das er Anderen gegenüber nicht machen sollte.

Auch wenn du kein Elternteil bist, bist du die Erwachsene.

Was bedeutet, dass du schlauer als er bist. Ja, ich weiß, dass viele da draußen es nicht mögen, wenn jemand Fremdes sie maßregelt, aber nicht ich.

Wie auf einem Dorf. Heutzutage ist unser Dorf größer, wir schlafen nicht eng beieinander, treffen uns nicht am Lagerfeuer und wir kennen uns nicht alle, aber wir können uns entscheiden, wie in einem Dorf zu leben oder nicht. Und ich habe mich dafür entschieden, wie in einem Dorf zu leben.

Es tut mir leid, dass ich nicht dort sein könnte, um meinen Job zu erledigen, aber danke, dass du mir geholfen hast.

Beste Grüße,

Die Mutter von „dem“ Kind"

Der Post stieß auf große Resonanz und erhielt 17.000 Likes - auch die Nutzer stimmen der Mutter zu. Eine kommentiert das Ganze:

kommentar

„Es ist schön zu sehen, dass auch andere Menschen so denken! Wenn man ein Kind ist, ist es nicht wichtig, wer einen erwischt, wenn man etwas angestellt hat. Heutzutage haben die meisten Eltern das ‚Nicht meine Angelegenheit’-Verhalten, auch wenn man Augenzeuge ist. Ich hätte genauso gedacht, wenn es mit meinem Kind passiert wäre.“

Auch auf HuffPost:

Du willst, dass dein Kind ein Genie wird? Dann gib ihm einen dieser Namen!


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.

(lm)