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Köln-Attacken: Silvester-Täter kamen mit Flüchtlingswelle nach Deutschland

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KOELN SILVESTERNACHT UEBERGRIFFE
Köln-Attacken: Silvester-Täter kamen mit Flüchtlingswelle nach Deutschland | DPA
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  • Nach der Kölner Silvesternacht gibt es neue Erkenntnisse zu den Tätern
  • Viele von ihnen kamen wohl erst zuvor als Flüchtlinge nach Deutschland

Die Angriffe der Kölner Silvesternacht haben bei großen Teilen der deutschen Bevölkerung eine tiefe Unsicherheit hinterlassen. Wer waren die Männer, die am Kölner Hauptbahnhof zu Hunderten Frauen umzingelten und begrapschten?

Nachdem der Hintergrund der Männer lange unklar war, ist nun Neues über die Täter ans Licht gekommen, das die Debatte über die Attacken erneut anfeuern dürfte. Wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf eine interne Lageübersicht des Bundeskriminalamts berichtet, kamen die meisten von ihnen erst kurz vor der Silvesternacht als Flüchtlinge nach Deutschland.

Bislang hatten die Ermittler vermutet, die "Antänzer" und Grapscher entstammten einem Kreis von Nordafrikanern, die schon längere Zeit in Deutschland lebten.

Die meisten "Antänzer" waren nichtdeutscher Herkunft

"Bei rund 70 Prozent der ausländerrechtlich erfassten nichtdeutschen Tatverdächtigen" habe die Aufenthaltsdauer in Deutschland weniger als ein Jahr betragen, heißt es laut "RP Online" in dem internen Bericht. Die Beschreibung von Opfern und Zeugen, wonach die Täter nordafrikanisch oder arabischer Herkunft gewesen seien, "deckt sich größtenteils mit den bisherigen Ermittlungsergebnissen", schreiben die Ermittler weiter.

Der Lagebericht bestätigt auch: Die überwiegende Mehrheit der Männer, die am Kölner Hauptbahnhof Frauen bedrängten, war nichtdeutscher Herkunft. Zwei Drittel der Verdächtigen sei zuvor bereits polizeilich aufgefallen, schreibt das BKA.

Gleichzeitig weist das BKA aber darauf hin, dass der größte Anteil der Asylsuchenden keine Straftaten begehe. Parallel zu den Erkenntnissen über die Kölner Silvesternacht veröffentlichte das Amt auch Zahlen zu Vergehen von Zuwanderern in Deutschland.

Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte gegenüber "RP Online", die Daten seien hilfreich, die Diskussion zu versachlichen. "Zuwanderer sind nicht krimineller als Deutsche", erklärte sie.

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(ben)