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Energie-Vorreiter: Dieses Stück Land wird die erste CO2-neutrale Solar-Insel der Welt

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GAPADO
Die südkoreanische Insel Gapado hat ein ambitioniertes Energieziel | theJIPEN via Getty Images
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  • Die südkoreanische Insel Gapado wird die erste CO2-neutrale Insel der Welt
  • Sie deckt ihren gesamten Energiebedarf über erneuerbare Energien
  • Die Insel ist ein Testraum für größere Projekte

Eine kleine Insel im Süden von Südkorea steht kurz davor, einen großen Titel zu bekommen: Ihre Bewohner wollen ihr Heim zur ersten CO2-neutralen Solar-Insel der Welt machen. Von diesem Ziel ist das Eiland Gapado gar nicht mehr weit entfernt.

Das Fleckchen Erde liegt im ostchinesischen Meer, zwischen China, Südkorea und Japan:

Genauer gesagt hier:

Gapado ist also ein kleiner Vorläufer, 45 Kilometer südlich der größeren Insel Jeju, auf der der Hallasan Nationalpark liegt und die für ihre unberührte tropische Natur und ihre Inselkultur bekannt ist.

Für ebendiesen "großen Bruder" ist Gapado der Testboden: Saubere, nachhaltige Energielösungen sollen hier auf Anweisung der südkoreanischen Regierung ausprobiert werden - und wenn sie funktionieren auch auf Jeju angewendet werden. Bis 2030 will die etwa 1800 Quadratkilometer große Vulkaninsel nämlich selbst CO2-neutral werden.

200-Seelen-Insel ganz vorn dabei

Den Rang als erste Insel mit dieser außergewöhnlichen Energiebilanz muss sie aber dem kleinen Nachbar überlassen. Auf Gapado leben derzeit etwa 200 Menschen, es gibt nur eine Schule, einen buddhistischen Tempel und eine Kirche. Die meisten Einwohner leben vom Fischen und Agrarhandel.

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Gapado lebt vom Agrarhandel und seiner reichen Natur. Credit: Getty.

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Alle Kinder der Insel besuchen dieselbe Schule. Credit: Visit Korea.

Die benötigte Energie speisen sie aus Solarzellen und Windkraftwerken. Dafür würden schon die zwei neuen Windräder mit ihrer Leistung von 500 Kilowatt fast ausreichen, sagt Jin Myounghwan, das Oberhaupt der Insel, gegenüber "Channel NewsAsia".

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Nur zwei Windräder versorgen die Insel mit einem Großteil der Energie. Credit: Getty

Behörde nahm 100 Million US-Dollar in die Hand

Zusätzlich haben 18 der 97 Haushalte auf ihren Dächern Solarzellen angebracht. 10 Prozent davon mussten sie laut dem Bewohner Kim Bu-jeon selbst finanzieren, den Rest übernahm das Bezirksamt.

Etwa 100 Millionen US-Dollar hat es die Behörde gekostet, Gapado CO2-frei zu machen. Zuvor wurden für die Energiebeschaffung oft Dieselmotoren eingesetzt. Autos gibt es allerdings nur neun auf der ganzen Insel, vier davon sind Elektroautos.

Leichtes Spiel ohne Industrie

Während der sonnigen und windigen Stunden kann die Insel mittlerweile so viel Energie speichern, dass auch bei tagelangem wolkigem Himmel die Reserven ausreichen. Lee Young-Suk, der Verantwortliche für das Energiezentrum der kleinen Insel, nennt das Eiland eine "große Packung Batterien".

Ohne Industrie oder starken motorisierten Verkehr ist es für eine kleine Insel wie Gapado natürlich leichter als für beispielsweise Deutschland, CO2-neutral zu werden. Mit zwei Windrädern lässt sich in industrialisierten Ländern keine Energiewende erreichen - doch ein positives Beispiel für das Umsetzen einer Umweltvision ist Gapado in jedem Fall.

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