Huffpost Germany

Pure Angst: Kurzfilm zeigt Gefahr für Frauen auf dem nächtlichen Heimweg

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Die Party ist vorbei. Es ist 4.30 Uhr früh, stockdunkel und die Füße schmerzen. Von meinen Freundinnen habe ich mich längst verabschiedet, in wenigen hundert Metern bin ich zuhause. Um die gruselige Stille erträglicher zu machen, stecke ich meine Kopfhörer in die Ohren und höre meinen Lieblingssong.

Dieses Szenario ist für viele junge Frauen längst Gewohnheit. Das Geld reicht nicht mehr fürs Taxi und so begeben sie sich Woche für Woche auf die düsteren Straßen.

Kurzfilm will Situation bedrängter Frauen zeigen

Dass dieser Weg schnell zum Spießrutenlauf werden kann, zeigt der Kurzfilm Au bout de la rue (dt.: „Am Ende der Straße“). Der französische Regisseur Maxime Gaudet fängt darin erschreckend realistisch ein, wie unangenehm und furchteinflößend es für Frauen ist, in dieser Situation von fremden, oft angetrunkenen Männern angesprochen oder gar bedrängt zu werden.

„Hey, Süße!“, „Komm mit zu mir nach Hause!“, mit diesen oder ähnlichen vorlauten Sprüchen oder Pfiffen sehen sich Frauen häufig konfrontiert. Dabei ist Kleidung und Attraktivität oft gar nicht relevant. Es geht für die Männer dabei vor allem um Ego und Macht.

„Ab einem Alter von elf Jahren ist es für Männer eine Art Spiel, Frauen für sich zu gewinnen. Sie denken nicht über die Konsequenzen ihres Handelns nach“, erklärt Maxime Gaudet in seinem Blog bei der französischen Huffington Post.

Er appelliert an die Männer

Außerdem fordert er Männer dazu auf, sich selbst zu hinterfragen, wann sie Grenzen zwischen Freundlichkeit, Bedrängnis und Aggression überschreiten, wenn sie Frauen anzusprechen. Er appelliert an deren zwischenmenschliches Verständnis.

Tagsüber ist es einfacher damit zurechtzukommen, denn das Risiko eines tatsächlichen Übergriffs ist geringer. Nachts allerdings trifft man in Siedlungsgassen kaum auf andere Menschen, die Schutz bieten könnten.

Die meisten Frauen versuchen dann wegzuhören und die beklemmenden Worte zu ignorieren. Dass das schnell zum Verhängnis werden kann, wird im Film deutlich - schließlich wird ihre Aufmerksamkeit gefordert. Beleidigungen, Verfolgungen oder sogar Übergriffe sind die Folge.

„Männer müssen sich den Effekt solcher Belästigungen auf Frauen bewusst werden“, findet der Filmemacher Maxime Gaudet und betont, wie schwierig es für Frauen ist, das Gefühl der Belästigung in Worte zu fassen.

Apps geben Sicherheit

Wer in dunklen Gassen auf Nummer sicher gehen will, oder eine Alternative zum Pfefferspray sucht, kann sich auf dem Heimweg von einer App begleiten lassen.

Studenten der Universität Michigan entwickelten dafür die Smartphone-Applikation „Companion“. Der Nutzer kann einen Notfall-Kontakt aus seiner Kontaktliste wählen, der eine SMS mit dem Link erhält, über den er den Weg seines Schützlings verfolgen kann.

Ändert der seine Route oder stürzt, fragt die App: „Geht es dir gut?“ Kommt 15 Sekunden lang keine Antwort, wird der Beschützer alarmiert.

Das deutsche Pendant dazu entstand an der Universität Regensburg und heißt „KommGutHeim“. Basierend auf demselben Modell kann man sich von mehreren Personen begleiten lassen und aus Sicherheitsgründen besitzt die App auch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Auch auf HuffPost:

Garten für Zuhause: Diese geniale Erfindung könnte unser Leben in der Stadt revolutionieren


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößern sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder aus sozial schwachen Familien haben niemanden, der sich um ihre alltäglichen Sorgen kümmert. Ein Blick auf die Hausaufgaben, Konflikte mit Freunden - oder Gesundheitsprobleme: In dem Münchner Projekt Lichtblick Hasenbergl unterstützen Pädagogen junge Menschen bei all diesen Fragen. Hier erfahrt ihr mehr zu der Initiative.

In Ruanda haben 400.000 Kinder keine Chance auf einen Platz in der Schule; besonders Waisen und Mädchen sind benachteiligt. Das Projekt "Schulen für Afrika" von Unicef ermöglicht tausenden Kindern den Zugang zu Bildung. Hier könnt ihr die Initiative unterstützen.

Ein zuverlässiges Transportmittel kann für Menschen in einem Entwicklungsland alles verändern. World Bicycle Relief stattet Menschen in ländlichen Regionen Afrikas mit Fahrrädern aus und schenkt ihnen damit ein großes Stück Lebensqualität. Hier geht es weiter zu diesem faszinierenden Projekt.

(lm)