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Drogenbericht 2016: So süchtig ist Deutschland nach Internet und Drogen

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DRUG YOUTH
Der Drogenbericht 2016 zeigt auf - nicht nur Rauchen und Alkohol sind gefährliche illegale Drogen | rez-art via Getty Images
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  • Internet und Games machen uns süchtig
  • Illegale Drogen auf dem Vormarsch
  • Aber immer weniger Menschen in Deutschland rauchen

Alkohol und Zigaretten sind gefährliche legale Drogen unserer Gesellschaft - ihr Konsum ist jedoch rückläufig. Doch es gibt eine andere Gefahr: Computerspiele und Internet.

In Deutschland sind bereits über eine halbe Million Menschen onlinesüchtig. Bis zu einer weiteren halben Million Nutzer sind gefährdet. Das geht aus dem Drogen- und Suchtbericht 2016 hervor, den die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) am Donnerstag in Berlin vorstellte.

Rund eine halbe Million Menschen internet-süchtig

Demnach können von den 14- bis 64-Jährigen etwa 560.000 Menschen als internetabhängig bezeichnet werden. Das heißt: Die User verbringen täglich mindestens vier bis fünf Stunden am Computer, erläutert Mortler auf Basis der jüngsten verfügbaren Zahlen.

Das entspricht etwa einem Prozent dieser Gruppe. Jüngere seien häufiger betroffen. So zeigten in der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen etwa 250.000 oder 2,4 Prozent Anzeichen einer Abhängigkeit, unter den 14- bis 16-Jährigen seien es sogar vier Prozent.

Mortler machte die Computerspiel- und Internetabhängigkeit zu einem Schwerpunktthema ihres diesjährigen Berichts. Nach ihren Worten gehen Mädchen und Frauen eher in den sozialen Netzwerken "verloren". Jungs seien auf Computerspiele konzentriert.

Krankhafter Konsum von Tabak und Alkohol rückläufig

Beim Alkohol- und Tabakkonsum sind seit geraumer Zeit Erfolge zu verzeichnen. Auch das jugendliche Rauschtrinken sei zurückgegangen. Dennoch werden jedes Jahr mehr als 15.000 Kinder und Jugendliche von 10 bis 17 Jahren mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert, beklagt Mortler.

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Zwischen 42.000 und 74.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen übermäßigen Alkohols. Bei etwa drei Vierteln dieser Fälle ist eine Kombination aus Trinken und Rauchen Todesursache.

Wenige Jugendliche rauchen

Ein Viertel der Deutschen raucht zwar immer noch. Doch der Trend ist rückläufig. Bei den 12- bis 17-Jährigen seien es nur noch 7,8 Prozent - ein historische Tiefstand, wie Mortler erklärte.

Allerdings sterben am Rauchen nach wie vor jährlich 120.000 Menschen. Mortler kritisierte, dass die Tabakindustrie zuletzt fast 200 Millionen Euro für Werbung ausgegeben habe. Sie bekräftigte ihre Forderung nach einem Außenwerbeverbot für Tabakprodukte sowie bei Kinofilmen, zu denen Kinder und Jugendliche zugelassen seien.

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Mehr Drogentote als im Vorjahr

Bereits beim Jahresbericht zur Rauchgiftkriminalität Ende April stellten Mortler und der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, fest: Nach Jahren des Rückgangs nahmen Handel und Konsum illegaler harter Drogen wie Heroin und Kokain im 2015 wieder deutlich zu. 1226 Menschen sind im vergangenen Jahr an ihrem Drogenkonsum gestorben, rund 19 Prozent mehr als im Vorjahr.

Künstlichen Drogen wie Crystal Meth blieben weiter eine Herausforderung, insbesondere in den Grenzregionen zu Tschechien, erläuterte Mortler. Um die Neuen Psychoaktiven Substanzen (NPS), sogenannte Legal Highs, besser in den Griff zu bekommen, sollen in Zukunft nicht mehr nur einzelne Wirkstoffe verboten werden, sondern ganze Stoffgruppen.

Das erleichtere die Feststellung, ob Rauschmittel noch legal sind oder schon illegal und damit strafbar. Das Kabinett hat inzwischen einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedet.

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