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Chakuza: "Theoretisch ist es mein letztes Album"

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Der Mann mit den zwei Gesichtern: Rapper Chakuza macht ernste Musik, privat kann er aber auch ganz anders

Es ist das Ende des roten Fadens, das Peter Pangerl (35), besser bekannt unter dem Künstlernamen Chakuza, mit seinem Album "Noah" erreicht hat. Denn dieses musikalische Werk ist als Finale einer Trilogie gedacht, das den Vorgängern "Magnolia" (2013) und "Exit" (2014) folgt. Im Gespräch mit spot on news zeigt der gebürtige Österreicher seine beiden Gesichter zwischen melancholischer Ernsthaftigkeit und lockerem Humor, und erzählt, warum "Noah" zu seinem musikalischen Rettungsschiff wurde.

Ist der Titel Ihres Albums auf die Bibelgeschichte der "Arche Noah" bezogen?

Auf Clipfish finden Sie die erste Kostprobe von Chakuzas neuem Album "Noah"

Chakuza: Nein, das ist auf keinen Fall religiös gemeint. "Noah" ist mehr mein persönliches, musikalisches Rettungsboot. Ich habe mich einfach nicht mehr wohlgefühlt, mit der Musik, die zu diesem Zeitpunkt auf den Markt kam. Also bin ich los und habe zu meinen Jungs gesagt: "Ich habe keinen Bock, etwas nachzuäffen - wir ziehen jetzt unser eigenes Ding durch." Ob das am Ende funktioniert oder nicht, wird sich noch zeigen.

Wie klingt Ihr "eigenes Ding"?

Chakuza: Wie immer melancholisch, die Melodien sind sehr groß. Es geht sehr weit weg von Hip-Hop, denn ich denke, ich habe meine eigene musikalische Nische gefunden. Ich rappe zwar wie früher auf der Platte, nehme mich da aber deutlich zurück. Es geht mehr in Richtung Indie-Musik.

"Wien", "Gold", "Mond" - die Songtitel bestehen alle nur aus einem einzigen Wort.

Chakuza: Das hab ich tatsächlich so geplant. Ich bin ein großer Fan von kurzen Titeln, die nur aus einem Wort bestehen. Außerdem führt "Noah" die Trilogie meiner zwei Vorgänger-Alben: "Magnolia" und "Exit" fort. Das sollte zusammenpassen.

Worin unterscheidet sich "Noah" von den anderen beiden Alben?

Chakuza: Mit der neuen Platte bin ich dort angekommen, wo ich immer hin wollte. Komplett. Wir zeigen mit "Noah" die Musik, die uns persönlich wichtig ist. Das Album musste einfach perfekt werden - denn ich weiß nicht, ob ich danach noch etwas mache.

"Noah" ist also Ihr letztes Album?

Chakuza: Theoretisch ja. Es wäre aber blöd, das final zu sagen - ich weiß es einfach noch nicht, wohin mich die Wege führen.

Ihre Texte wirken nachdenklich, fast philosophisch. Spiegelt das den privaten Chakuza wider?

Chakuza: Wenn ich mit meinen Kumpels diskutiere, kann ich sehr nachdenklich sein. Wenn wir Spaß haben, bin ich aber gleichzeitig der größte Asso der Runde (lacht). Auch musikalisch bin ich geteilter Meinung. Ich steh auf harte Songs, aber selbst will ich keine mehr von dieser Sorte machen. Das hatte ich zur Genüge.

Was passiert, wenn Sie doch mal richtig sauer sind?

Chakuza: Ich schreie schon gerne mal rum, denn ich bin ein Typ, der leicht cholerisch ist. Durch den Sport, den ich gerne und viel betreibe, bin ich körperlich aber total ausgeglichen. Bei schönem Wetter bin ich besonders gerne auf dem Mountainbike unterwegs.

Ab September gehen Sie auf Tour. Freuen Sie sich darauf?

Chakuza: Vor Tourbeginn ist man immer sehr nervös, man ist hart am Proben und hat viel Stress. Der erste Gig ist immer richtig, richtig schlimm. Ich freue mich, wenn der gut war - dann kann es losgehen, dann bin ich entspannt.

Möchten Sie mit Ihrer Musik eine Botschaft in die Welt hinausschicken?

Chakuza: Nö (lacht). Ich versuche das immer zu vermeiden, weil ich keinen belehren will, was er tun soll oder was er erleben muss.