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"Anbiederung": Kopftuch-Eklat setzt drei Landesregierungen unter Druck

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Ein Kopftuch-Eklat setzt die Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt unter Druck | Fred de Noyelle/Godong via Getty Images
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  • In der Broschüre einer Wirtschaftsdelegation für den Iran waren deutsche Teilnehmerinnen mit Kopftuch abgebildet
  • Von iranischer Seite wurde dies überhaupt nicht verlangt
  • Die Fotos bringen jetzt drei Landesregierungen in Erklärungsnöte

Eine Broschüre zu einer deutschen Wirtschaftsdelegationsreise in den Iran bringt die Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt in Erklärungsnöte.

Darin waren die Teilnehmerinnen der Delegation mit Kopftuch abgebildet - obwohl dies von iranischer Seite aus gar nicht verlangt worden war. Die Delegationsreise vom 28. Mai bis 2. Juni nach Teheran und Isfahan war von den drei Bundesländern organisiert worden.

"Bärendienst für die Frauen im Iran"

Den Leipziger CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Feist zitierte die "Bild"-Zeitung mit den Worten: "Ein Bärendienst für die Frauen im Iran."

Dazu passend: So reagieren die Flugbegleiterinnen auf die Kopftuch-Pflicht von Air France

Niemand verlange dort solche Bilder. Generell gilt allerdings, dass sich Frauen in dem muslimischen Land in der Öffentlichkeit nur verschleiert zeigen dürfen.

Sarah Buddeberg, Gleichstellungssprecherin von der Linkspartei, erklärte, dass die "Grenze der Anbiederung nun überschritten" sei.

"Gepflogenheiten des Gastgebers" sollten respektiert werden

Laut "Bild" hat die Staatskanzlei aus Mecklenburg-Vorpommern auf Nachfrage mitgeteilt, dass die Kopftuch-Bilder ganz bewusst ausgewählt wurden. Auf diese Weise sollten die Gepflogenheiten des Gastgebers respektiert werden.

Ein Sprecher des Infrastrukturministeriums von Mecklenburg-Vorpommern sagte, es sei Konsens vor der Reise gewesen, die Frauen mit Kopftuch abzubilden, damit sie von den Gesprächspartnern im Iran auch erkannt werden. Es sei keine Forderung aus dem Iran gewesen, betonte er.

Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums wurde die Broschüre von der deutschen Außenhandelskammer Iran für die Kooperationsbörsen mit iranischen Unternehmen erstellt. Sie habe zur Erleichterung des Dialogs die Namen, Positionen und Fotos aller Delegationsteilnehmerinnen und -teilnehmer enthalten.

Mit Material der dpa

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