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Zahlen der Bundespolizei: Mehrheit der Flüchtlinge kommt ohne Ausweispapiere nach Deutschland

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REFUGEES BORDER GERMANY
Mehrheit der Flüchtlinge kommt ohne Ausweispapiere nach Deutschland | Michael Dalder / Reuters
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  • Die Mehrheit der Flüchtlinge kommt offenbar ohne Ausweispapiere nach Deutschland
  • Das ergibt sich aus neuen Zahlen der Bundespolizei
  • Auch über 100 gefälschte Papiere stellten die Beamten im Frühjahr fest

Die Mehrheit der nach Deutschland eingereisten Migranten ist im Frühjahr 2016 ohne Papiere ins Land gekommen. Das belegen neue Zahlen der Bundespolizei, die der "Bild"-Zeitung vorliegen.

Demnach waren "rund 80 Prozent“ der Januar bis April festgestellten Migranten nicht im Besitz eines erforderlichen Passdokuments. Das sind bei 114.255 von der Bundespolizei an der Grenze aufgegriffenen Migranten rund 91.000 Flüchtlinge ohne Papiere.

Von Januar bis März 2016 stellten die deutschen Grenzbehörden nach "Bild"-Informationen zudem 1306 gefälschte Grenzübertritts-Dokumente bei Flüchtlingen fest, davon 145 bei Syrern Im gesamten Jahr 2015 fanden deutsche Polizeibehörden insgesamt 4973 gefälschte Ausweisdokumente bei illegal eingereisten Migranten in Deutschland, davon 834 gefälschte Ausweise bei Syrern.

4000 eingereiste Personen waren zur Fahndung ausgeschrieben

Und in den ersten vier Monaten des Jahres 2016 waren weit mehr als 4000 eingereiste Personen bei der Polizei zur Fahndung ausgeschrieben.

In der Antwort der Bundespolizei auf eine Anfrage der Zeitung heißt es dazu: "Es wurden von Januar bis April 2016 genau 4223 Personen bei Kontrollen an deutschen Landgrenzen festgestellt, bei denen eine Ausschreibung in den Fahndungssystemen der Polizei vorlag. Gründe waren unter anderem Ausschreibung zur Aufenthaltsermittlung, Ausschreibung zur Einreiseverweigerung und Ausschreibung zur Festnahme.“

Zusätzlich stellte die Bundespolizei nach "Bild"-Informationen bei ihren Grenzkontrollen noch "312 Dokumente fest, die in den Fahndungssystemen der Polizei ausgeschrieben waren".


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

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