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Weltbank warnt: Die nächste Finanzkrise braut sich zusammen - und sie könnte schlimmer werden als 2001

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  • Die Weltbank senkt ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr
  • Besondere Sorgen bereiten ihr die Schulden von Schwellenländern wie China
  • Überschuldungen und Abkühlung der Wirtschaft zusammen könnten zu einem plötzlichen Crash führen

Im Jahr 2007 erschütterte eine Schuldenkrise die Weltwirtschaft, deren Folgen bis heute spürbar bleiben. Jetzt warnt die Weltbank vor einer Wiederholung. Diesmal geht die Gefahr nicht wie vor neun Jahren vom Immobilienmarkt der USA aus, sondern von Schwellenländern wie China.

In vielen Entwicklungsländern komme es zu einer hohen privaten Verschuldung, schreibt die Weltbank in der Analyse "Global Economic Prospects". Die Niedrigzinspolitik habe dazu geführt, dass viel Geld aufgenommen wurde.

Chinas Schulden bereiten Sorgen

"Im Fahrwasser des Kreditbooms ist es nicht ungewöhnlich, wenn sich die Zahl fauler Kredite vervierfacht", sagte der Chefökonom der Weltbank, Kaushik Basu.

In China zum Beispiel betragen die Schulden das Doppelte des Bruttoinlandsprodukts, in Malaysia immerhin das 1,5-Fache. Das an sich ist noch kein Grund zur Sorge.

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"Die Verschuldung beunruhigt uns, aber sie ist kein Anlass für eine dringende Warnung", schreiben die Experten. Gefährlich werden könnten die Schuldenlasten aber, weil sich die Weltwirtschaft ohnehin in einer geschwächten Verfassung befindet.

Erst wenn sich die Konjunktur plötzlich verschlechtert und diese Schulden auf einmal nicht zurückgezahlt werden können, kann es zu einem Crash kommen.

Konjunkturprognosen werden nach unten korrigiert

Und alles sieht nach einem Abkühlen der Wirtschaft aus. Die Weltbank hatte ihre Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigiert.

Statt der noch im Januar erwartenden 2,9 Prozent Wachstum sieht die Weltbank jetzt nur noch einen Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung um 2,4 Prozent. Im kommenden Jahr sollen es 2,8 Prozent sein.

Das Wachstum vor allem in entwickelten Volkswirtschaften sei schleppend und die Rohstoffpreise seien anhaltend niedrig, führte die Weltbank zur Begründung an. Allein die Rohstoffpreise, die vor allem exportierenden, aufstrebenden Volkswirtschaften zu schaffen machten, seien für die Hälfte der Korrektur verantwortlich.

Bereits im April hatte mit dem Internationalen Währungsfonds eine weitere einflussreiche Wirtschaftsorganisation trübere Aussichten für die Weltwirtschaft prognostiziert. Der IWF ging im April von einem Wachstum der weltweiten Wirtschaftsleistung in Höhe von 3,2 Prozent im Jahr 2016 aus.

Droht 2017 ein Krisenjahr wie 2001?

Die Weltbank-Experten äußern in ihrem Bericht die Sorge, dass sie mit ihrer Prognose schlicht daneben liegen und die Weltwirtschaft im nächsten Jahr noch viel schleppender wächst, als sie vorhergesagt haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie nur mit 1,8 Prozent statt mit den prognostizierten 2,8 zulegt, geben sie mit 20 Prozent an.

Wenn das eintritt, hätte man ein Krisenjahr, das nur mit Ereignissen wie der Ölkrise 1975, dem Börsencrash 1988 oder dem Platzen der New-Economy-Blase 2001 verglichen werden könnte.

In so einem Fall könnten sich schwaches Wachstum und eine Schuldenkrise gegenseitig verstärken. Das ist ein düsterer Ausblick. Doch die Autoren haben auch aufmunternde Worte. Die Erfahrung zeige, dass nur ein Drittel der Schuldenbooms mit einem Crash ende. Im Großteil der Fälle würden sie sich innerhalb von drei Jahren auslaufen.

Mit Material der dpa

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(lk)