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Studie: Schlaganfall-Patienten konnten wieder gehen, nachdem ihnen dieses Mittel injiziert wurde

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WALKING HOSPITAL
Krankenschwester hilft Frau beim Gehen | Sam Edwards via Getty Images
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Etwa 250.000 Menschen im Jahr erleiden in Deutschland einen Schlaganfall - oft mit verheerenden Folgen: Viele Betroffene sind nach einem Schlaganfall gelähmt und können nur noch eingeschränkt mit der Umwelt kommunizieren.

Deshalb suchen Wissenschaftler fieberhaft nach immer besseren Therapien für Schlaganfall-Patienten. Jetzt sorgen die Ergebnisse einer kleinen Studie für Aufsehen, die die amerikanische Biotech-Firma SanBio zusammen mit dem Neurologen Gary Steinberg von der renommierten Stanford University durchgeführt hat. Die Forscher spritzen Stammzellen in das Gehirn von 18 Schlaganfall-Patienten - mit denkwürdigen Ergebnissen.

Sie kann nach der Stammzellen-Therapie wieder gehen

Alle 18 Teilnehmer der Studie hatten vor Studienbeginn einen Schlaganfall erlitten - und Einschränkungen davongetragen, sie sich laut medizinischer Prognose nicht mehr bessern würden. Doch nach der Stammzellentherapie besserten sich de motorischen Fähigkeiten aller Teilnehmer - bei sieben von ihnen sogar auf signifikante Weise.

"Eine 71-Jährige Frau konnte bei Start der Behandlung nur ihren linken Daumen bewegen", erzählte Studienleiter Steinberg dem amerikanischen Wissenschaftsportal "New Scientist". "Jetzt kann sie wieder gehen und ihren Arm über ihren Kopf heben."

Die 36-jährige Studienteilnehmerin Sonia Olea Coontz aus Kalifornien machte durch die Stammzellen-Therapie laut Mitteilung der Stanford University ebenso starke Fortschritte: "Mein rechter Arm funktionierte nach dem Schlaganfall nicht mehr. Er fühlte sich wie tot an. Mein rechtes Bein war noch einigermaßen okay, aber nicht gut, ich habe oft einen Rollstuhl gebraucht. Aber nach der Operation wachten sie wieder auf." Jetzt brauche Coontz ihren Rollstuhl nicht mehr.

Stammzellen verändern das Gehirn

Den Teilnehmern waren die Stammzellen von erwachsenen Spendern in die Regionen des Hirns gespritzt worden, die die Motorik kontrollieren und durch den Schlaganfall beschädigt wurden. "Wir dachten immer, dass die betroffenen Hirnschaltungen nach einem Schlaganfall tot sind - jetzt müssen wir das neu denken. Ich persönlich glaube, dass sie einfach nur gesperrt sind. Wir denken, dass die Zellen das erwachsene Gehirn verändern und es mehr wie ein Baby-Hirn wird, das sich schnell selbst repariert", sagte Steinberg in einem Statement der Universität.

Seine Ergebnisse bestätigen auch die Untersuchung, die er vor einem Jahr mit der britischen Biotech-Firma ReNeuron auf der European Stroke Organisation Conference (Konferenz der Europäischen Schlaganfall-Organisation) in Glasgow präsentierte. Bei dieser Studie wurden 11 Teilnehmer mit Schlaganfall einer Stammzellen-Therapie unterzogen - und zeigten nach der Behandlung Verbesserungen beim Sprechen und Bewegen.

Positive Resonanz auf die Studie

Weitere Neurologen äußerten sich positiv zu den Erkenntnissen von Steinberg und nannten sie "vielversprechend": So sagte beispielsweise der Neurologe Nicholas Boulis der "Washington Post": "Es ist auf alle Fälle ein Grund, enthusiastisch zu sein, wenn man sich die Entwicklung der Patienten ansieht."

So verheißungsvoll der Ansatz der Forscher klingt, so müssen trotzdem unbedingt noch weitere Studien mit einer höheren Anzahl an Teilnehmern durchgeführt werden - um beispielsweise eine genaue Dosis festzulegen und eventuelle Nebenwirkungen zu analysieren.

Steinberg will nun eine weitere Studie mit etwa 150 Patienten durchführen und die Wirkung der Stammzellentherapie mit der von Placebos vergleichen. Darüber hinaus wären aber noch weitere Untersuchungen wünschenswert, die ohne die Beteiligung von Biotech-Firmen durchgeführt werden, damit die Unabhängigkeit der Ergebnisse sichergestellt ist.

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(lp)