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Pariser Ladenbesitzer hängen Schilder für Obdachlose in ihre Fenster

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  • In Paris ist die Zahl der Obdachlosen in den vergangenen Jahren stark gestiegen
  • Nun hat ein Viertel mit Le Carillon Project eine viel versprechende Initiative gestartet
  • Ladenbesitzer hängen Zettel in ihre Fenster, die sich explizit an Obdachlose richten

In der Pariser Bar Le Carillon im elfen Arrondissement der Stadt erschossen Terroristen des selbsternannten Islamischen Staats (IS) während der Anschläge vom 13. November 2015 neun Menschen.

Mittlerweile hat nicht nur das Lokal wieder geöffnet, der Name der Bar steht auch Pate für das Le Carillon Project, einem Zusammenschluss unterschiedlicher Kleinunternehmer, die in ihrem Viertel Obdachlose unterstützen wollen.

Wie die Website "Citylab" berichtet, beteiligen sich 70 Restaurant-, Café- und Geschäftsbesitzer aus dem elften Arrondissement an der Aktion. Alle Teilnehmer wollen Menschen in Not etwas Gutes tun - sei es mit einer warmen Gratis-Mahlzeit, einem Glas Wasser, einem kostenlosen Haarschnitt oder einfach nur einer heißen Dusche.

Die Angebote sind unterschiedlich

In den Schaufenstern hängen bebilderte Schilder mit den jeweiligen Angeboten für die Notleidenden:

In diesem teilnehmenden Lokal - einer Teestube - dürfen sich Obdachlose nicht nur über eine warme Mahlzeit und etwas zu Trinken freuen: Sie können ihr Handy aufladen, zudem steht ein Telefon- und Internetzugang sowie ein Erste-Hilfe-Koffer zur Verfügung. Und die Mitarbeiter der Teestube haben stets ein offenes Ohr für die Wohnungslosen. "Chacun pour tous" heißt es auf dem Schild - "alles für Alle".

Die Zahl der Obdachlosen in Paris ist stark gestiegen

In der französischen Hauptstadt ist die Zahl der Obdachlosen in den vergangenen Jahren schlagartig gestiegen. Bevor das Le Carrilon Project im vergangenen November ins Leben gerufen wurde, fehlte es im Viertel an einer zündenden Idee, wie den Wohnungslosen geholfen werden könnte.

In den ersten sechs Monaten ihres Bestehens hat die Initiative bereits vielen Menschen helfen können, auch solchen, die sich anfangs noch schämten, die Angebote anzunehmen.

"Viele Notleidenden haben Angst, die Geschäfte und Lokale zu betreten", zitiert "Citylab" eine Kellnerin eines teilnehmenden Restaurants. Andere würden keine Gratis-Angebote in Anspruch nehmen wollen, sondern viel lieber für Essen und Trinken in den Restaurants oder Geschäften aushelfen.

Obwohl die Türen der 70 Kleinunternehmen allen Notleidenden offen stehen, nehmen sich die Geschäftsinhaber das Recht heraus, betrunkene Obdachlosen nicht in ihre Läden zu lassen: "Wenn sie sich nicht benehmen können, müssen sie gehen. Sie können aber später wieder kommen", sagte Louis-Xavier Leca, der Gründer der Initiative, dem Portal.

Der Initiator will expandieren

Lecas Model könnte bald Schule machen: Mehr als 100 französische Städte hätten ihn kontaktiert, weil sie das Projekt spannend fänden. Bis zum September will er das Le Carrilon Project auf fünf weitere Pariser Arrondissements und fünf Städte in Frankreich ausdehnen. Auch in Brüssel und London gibt es Interesse.

Doch auch das soll längst nicht das Ende der Fahnenstange werden. Louis-Xavier Leca hat einen großen Traum: Er will seine Nachbarschaftshilfe für Menschen in Not über den großen Teich nach Amerika bringen.

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(lk)