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Terror bei EM 2016: UEFA schließt Spiele vor leeren Rängen nicht aus

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STADE DE FRANCE
Ein UEFA-Vertreter hält bei der EM 2016 Spiele ohne Fans für möglich | Gonzalo Fuentes / Reuters
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  • Am Freitagabend beginnt die EM 2016 in Frankreich
  • Doch die Vorfreude wird überschattet von der Angst vor einem Terroranschlag
  • Die UEFA könnte daraus eine bestürzende Konsequenz ziehen

Am Freitagabend soll das Spektakel beginnen. Vorbereitet auf diesen Abend haben sich Hunderte von Tänzern gestern schon im Stade de France von Saint-Denis bei Paris. Sie probten die Eröffnungszeremonie für die Fußball-Europameisterschaft.

Mit der Partie von Gastgeber Frankreich gegen Rumänien wird die mit 24 Teams bislang größte EM am Freitag (21.00 Uhr) angepfiffen.

Doch die Freude auf die Spiele trüben die Sorgen vor einem möglichen Terroranschlag. Als Reaktion darauf machte Jacques Lambert, der für die UEFA die Organisation der EM leitet, gestern eine bestürzende Ansage.

Er schloss bei einer Pressekonferenz sogar Spiele ohne Zuschauer nicht aus.

UEFA denkt über Spiele hinter verschlossenen Türen nach

"Wir sind alle Hypothesen durchgegangen und darunter müssen wir uns auch überlegen, Spiele hinter verschlossenen Türen abzuhalten", sagte Lambert bei der Pressekonferenz im Stade de France in Saint-Denis. Allerdings beschrieb er kein konkretes Szenario für eine solche Entscheidung.

Der Nationalspieler Jérôme Boateng hat aus dem Terrorrisiko bereits Konsequenzen gezogen. "Ich für meinen Teil will mich bei der EM allein auf den Fußball konzentrieren können, und da fühle ich mich einfach wohler, wenn meine Familie nicht im Stadion sitzt“, sagt er der "Sport-Bild".

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Der Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, gibt in einem Interview mit der "Bild" widersprüchliche Signale. Einerseits sagt er, dass derartige Großveranstaltungen "natürlich im Fokus islamistischer Terroristen" stünden.

Gleichzeitig sei - wegen der großen Anstrengungen der Sicherheitsbehörden weltweit - "Alarmismus fehl am Platze". Er sagte der "Bild": "Wenn ich eine Karte hätte, würde ich sofort ins EM-Stadion gehen."

Die Fanmeilen bereiten besondere Sorgen

Besondere Sorgen bereiten allerdings nicht die Stadien, sondern die Fanmeilen. Allein auf jener am Eiffelturm werden sich bei den Spielen geschätzte 100.000 Menschen versammeln. Wie will man die kontrollieren?

Frankreichs Innenminister hat strenge Kontrollen an den Fanmeilen zugesichert. "Der Bereich der Fanzonen wird perfekt abgeriegelt sein", sagte er am Mittwochabend in einer Anhörung im Rechtsausschuss der französischen Nationalversammlung.

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"Ihre Zugänge werden streng kontrolliert werden." Der Innenminister erläuterte, dass rund 80.000 Menschen von den Sicherheitsbehörden überprüft wurden, weil sie in den Stadien und Fanzonen arbeiten sollen. 300 Personen seien dabei von der Akkreditierung ausgeschlossen worden.

Streiks könnten Sicherheitsmaßnahmen behindern

Eine konkrete Terrorbedrohung liege für keines der 51 EM-Spiele vom 10. Juni bis 10. Juli in zehn Städten vor. Reisewarnungen wie kürzlich von den britischen Behörden hätten vermutlich eher informierenden Charakter, sagte UEFA-Organisator Lambert.

Besondere Sorgen bereiten den Organisatoren die aktuellen Streiks der Gewerkschaften von Bahnmitarbeitern und Piloten in Frankreich. Die würden es schwer machen, Spiele bei einer Bedrohung zu verlegen.

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"Wir sind sehr besorgt, denn alles, was die Beweglichkeit von Mannschaften, der Organisation und der Fans einschränkt, ist schlecht. Wir wollen Mobilität. Aber nun müssen wir uns anpassen", sagte Lambert.

"Ich bin sehr enttäuscht, aber wir haben absolut keine Kontrolle über die Streiks."

Mit Material der dpa

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