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Alters-Studie: So fühlt sich das Älterwerden in Deutschland an

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Senioren in Deutschland fühlen sich laut der Alterssurvey-Studie gut | WIN-Initiative via Getty Images
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  • "Deutscher Alterssurvey 2014" vorgestellt
  • Mehr Bürger arbeiten, doch Haushalt ist weiterhin Frauen-Sache
  • Familie und Enkelkinder sind wichtig

Älter, aktiver und gesünder: Senioren fühlen sich in Deutschland immer besser. Die Langzeitstudie "Deutscher Alterssurvey" blickt aber nicht nur auf die Generation Ü60, sondern versucht auch die Zukunft der Oma und Opas von morgen zu beleuchten.

Sie bietet damit einen "Blick in die Glaskugel", um es mit den Worten der Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) zusagen. Sie hat den 500 Seiten starken Report "Deutscher Alterssurvey 2014" nun vorgestellt.

Für seine 1996 gestartete Langzeitstudie befragte das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) 2014 erstmals 6000 Menschen, mehr als 4000 zum wiederholten Mal.

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Senioren sind zufrieden

Mit "erfreulichen" Ergebnissen zu Beruf und Ruhestand, Familie und Sozialkontakte, Freizeit und Gesundheit der heute 40- bis 85-Jährigen, wie die Ministerin betont: Vier von fünf Menschen über 70 sehen ihr Leben in Deutschland positiv.

85 Prozent der Erwerbstätigen zwischen 40 und 65 sind mit ihrem Job zufrieden. Zwei Drittel der Bürger mittleren bis höheren Alters sagen, sie seien bei guter Gesundheit. Neun von zehn Menschen finden ihre Wohnsituation gut bis sehr gut. Und immerhin jeder Vierte engagiert sich ehrenamtlich - vor 20 Jahren elf Prozent.

Große "Baustellen" sieht Schwesig noch bei Bildung für möglichst alle Bürger und gesundheitlicher Prävention.

Einen Job zu haben, ist normal - aber Hausarbeit ist Frauensache

Immer mehr Menschen über 40 sind erwerbstätig - waren es 1996 rund 60 Prozent, so arbeiten jetzt zwei von drei Bürgern (74,1 Prozent). Bei den 54- bis 65-Jährigen wuchs der Anteil am deutlichsten - um etwa 20 Prozentpunkte.

Es gibt also immer weniger Alleinverdiener-Haushalte, in denen nur der Mann im Beruf steht - dafür sind bei mehr als der Hälfte der älteren Paare bis 65 beide Partner erwerbstätig. Dennoch tragen viele Frauen weiterhin die Hauptlast beim Putzen, Bügeln und Kochen.

Wie schon 2008 übernehmen "in sechs von zehn Paarhaushalten überwiegend die Frauen die Hausarbeit", heißt es in dem Altersreport. Das "Pascha-Verhalten" betreffe alle Männer-Altersgruppen, bedauert DZA-Experte Clemens Tesch-Römer.

Frauen sind mit der Situation unzufrieden

Unzufriedenheit ist bei Frauen hoch ausgeprägt (31,6 Prozent), wenn sie neben ihrer Berufsarbeit auch noch die Hauptverantwortung für den Haushalt tragen. Männer können mit dieser Situation offenbar gut leben - nur knapp sechs Prozent äußern sich dann unzufrieden.

Sobald Männer und Frauen partnerschaftlich mit der Hausarbeit umgehen, sind lediglich 5,5 Prozent der Männer und 5,8 Prozent der Frauen mit dem fairen Arrangement unzufrieden.

Mit dem Job zufrieden

Anders gelagert ist die Zufriedenheit, wenn der Fokus nur auf dem Job liegt: Die große Mehrheit der 40- bis 65-Jährigen (81,2 Prozent) fühlt sich durch ihre Tätigkeit insgesamt weder unter- noch überfordert.

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In der Altersgruppe der 54- bis 59-Jährigen zeigt sich allerdings eine vergleichsweise hohe zeitliche und nervliche Belastung im Job (51,4 Prozent), auch der körperliche Stress wird hier am stärksten empfunden (35,7 Prozent).

"Unruhestand" statt Rente?

Aber: Immer weniger Älteren gelingt inzwischen ein nahtloser Übergang in die Rente. So ist Arbeiten nach dem Renteneintritt inzwischen für gut jeden Neunten (11,6 Prozent) in Deutschland Realität. Beim ersten "Alterssurvey 1996" lag dieser Anteil knapp über fünf Prozent.

Erwerbstätigkeit im Ruhestand wird dabei überwiegend in Teilzeit absolviert. Viele arbeiten dann als Selbstständige - bei den 66- bis 71-Jährigen beispielsweise über 38 Prozent.

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Leben ohne Trauschein - aber mit Familie

Der Wandel von der Ehe zur Partnerschaft ohne Trauschein setzt sich unterdessen fort: Waren 1996 noch drei Viertel der 40- bis 85-Jährigen verheiratet, so ging diese Quote auf knapp 68 Prozent zurück.

Nichts geändert hat sich am engen Band der Familie: "Sie ist und bleibt die wichtigste Stütze" für ältere Menschen, sagt Ministerin Schwesig. Meist seien Eltern und erwachsene Kinder "in gutem Kontakt" - trotz wachsender Wohnentfernung.

Oma und Opa kümmern sich wieder mehr um ihre Enkel

Und das zeigt sich auch bei der Betreuung der Enkel: Während von 1996 bis 2008 der Anteil der Omas und Opas, die auf ihre Enkel aufpassten, rückläufig war, engagieren sich dafür jetzt wieder mehr Großeltern.

Der Anteil stieg innerhalb von sechs Jahren deutlich von einem Viertel (24,7 Prozent) auf knapp ein Drittel (30,2). Und viele unter 66-jährige Großeltern (23,4 Prozent) konnten sogar Erwerbsarbeit und Enkelbetreuung kombinieren.

Ü40 - aber körperlich noch fit

Fast 69 Prozent der Menschen in der zweiten Lebenshälfte fühlen sich körperlich kaum eingeschränkt. Bei guter Fitness sehen sich sogar unter den über 70-Jährigen noch gut 48 Prozent.

Interessant: Je niedriger die Bildung, desto schlechter wird die eigene Gesundheit eingeschätzt. Bewegung trägt zum insgesamt verbesserten Bild bei: Die 40- bis 85-Jährigen treiben viel häufiger Sport als vor 20 Jahren – besonders die über 60-Jährigen.

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(lk)