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Zahl der Unfalltoten verdoppelt: In NRW werden die Autobahnen zu Todesstraßen

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UNFALL
Dramatischer Anstieg von Unfalltoten in NRW (Symbolbild) | ullstein bild via Getty Images
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  • 38 Menschen sind seit Jahresbeginn auf Autobahnen in Nordrhein-Westfahlen bei Unfällen ums Leben gekommen
  • Doch nicht nur überhöhte Geschwindigkeit und Ablenkung sind der Grund für die vielen Toten
  • Ein Wissenschaftler macht die immer leistungsfähiger werdenden Autos mitverantwortlich

Es ist eine alarmierende Zahl: 38 Menschen sind alleine in Nordrhein-Westfalen seit Jahresbeginn bei Autobahnunfällen ums Leben gekommen. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum des vergangenen Jahren starben auf den Autobahnen in NRW nur 19 Menschen.

Alleine rund um Köln gab es in den ersten fünf Monaten des Jahres 18 Todesfälle zu beklagen, die Polizei in der Domstadt schlägt nun Alarm: Es werde "ganz erheblich" mehr Kontrollen geben, sagte der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies.

Die Behörden planen stärkere Kontrollen

Die Gründe für die vielen tödlichen Unfälle sind in den Augen der Kölner Polizei nicht neu: zu hohe Geschwindigkeit, zu wenig Abstand und Ablenkung, etwa durch Mobiltelefone.

Auch beim Innenministerium in Düsseldorf schellen die Alarmglocken. Als Sofortmaßnahmen geplant sind verstärkte Radarkontrollen und Abstandsmessungen. Ebenso wollen die Behörden LKWs verstärkt ins Visier nehmen.

Experte warnt vor "leistungsstarken Autos"

André Bresges von der Universität Köln nennt noch einen weiteren Grund für den dramatischen Anstieg der Unfalltoten: Wie die Tageszeitung "Die Welt"berichtet, sieht der Wissenschaftler das "Ende der bequemen Zeit" heraufziehen. Bislang hätten die Sicherheitstechnik im Auto und die gute medizinische Versorgung bei Unfällen immer häufiger das Schlimmste noch verhindert.

"Mit immer sichereren Fahrzeugen, mit immer besserer Erstversorgung können wir eins nicht ausgleichen: dass die Fahrzeuge selbst immer leistungsfähiger werden", sagte Bresges. Schließlich gebe es heutzutage kaum mehr ein Auto unter 100 PS.

Intelligent Autos zur Unfallminimierung

Mehr Leistungsfähigkeit "unter der Haube" bedeute gleichzeitig, dass bei Unfällen immense Kräfte freigesetzt werden. "Ein Unfall mit 50 Stundenkilometern entspricht einem Fall aus zehn Meter Höhe", so der Experte. Bei Tempo 100 seien es bereits 40 Meter.

Für André Bresges gibt es nur eine Lösung für einen Rückgang schwerer Autounfälle: Autos mit intelligenten Sensoren, die etwa wegen des Verkehrs erkennen, wann man besser etwas langsamer fahren sollte.

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(lk)