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"Peace x Peace" in Berlin - Deutschlands Musik-Stars haben eine Botschaft an alle Flüchtlingskinder

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Zehntausende von ihnen kamen in den vergangenen Monaten nach Europa: Kinder, die vor Krieg aus Krisengebieten wie Syrien, Irak und Afghanistan geflohen sind.

Für sie veranstaltete der Sänger Fetsum gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk Unicef ein Spendenkonzert auf der Berliner Waldbühne. Die Huffington Post war mit dabei.

Wir haben Organisatoren, Musiker und Gäste gefragt, welche Botschaft sie an alle Flüchtlingskinder haben. Hier sind ihre Antworten (im Video oben):

fetsum

„Weil wir wissen, dass es euch gibt“: Musiker und "Peace x Peace"-Initiator Fetsum

"Wir wissen, dass ihr da seid. Wir wissen, dass es euch gibt. Und wir werden alles dafür tun, dass ihr menschlich behandelt werdet. Und dass ihr eine positive Aussicht auf die Zukunft habt."

schneider

"Weil es ganz viel Anteilnahme gibt": Unicef-Geschäftsführer Christian Schneider

"Wir haben Projekte in Deutschland, aber auch in Krisengebieten ausgesucht, etwa in Syrien, dem Südsudan und der Ukraine. Dort wollen Bildungsprojekte für Kinder unterstützen. Ich werde von Flüchtlingskindern und -familien immer wieder gefragt: Vergesst uns nicht. Vergesst nicht, in welcher Situation wir sind. Und die vielen Peace-Zeichen, die Stimmung auf der Waldbühne, da ist ganz viel Anteilnahme dabei und das lässt mich hoffen."

herre

"Weil Deutschland kein feindseliges Land ist“: Musiker Max Herre

"Wir wollen mit dem Konzert zeigen, dass Flüchtlinge und Flüchtlingskinder willkommen sind. Sie haben hier Chancen. Die Menschen hier sind solidarisch. Es ist auch wichtig, hier die Narrative für sich zu beanspruchen und zu sagen: Das ist kein Land, das feindselig ist, in dem Menschen Angst haben und deswegen eine Ablehnung produziere. Wir sind ein sehr reiches Land mit vielen Möglichkeiten. Das hilft uns, Menschen zu unterstützen, die es gerade nicht so gut haben. Und ich sehe das als unsere absolute Pflicht."

„Weil es genug Menschen gibt, die offen sind: DatAdam-Sänger Taddl

"Lasst euch nicht unterkriegen wenn man sieht, was die Leute so für Scheiße reden. Es gibt genug Menschen da draußen, die das alles mit offenen Augen betrachten."

seed

"Weil ihr willkommen seid. Macht das beste draus und haltet durch", Seed-Sänger Pierre

bonnie

"Weil ihr euch nicht kaputt machen lassen müsst": Moderatorin Bonnie Strange

"Lasst euch nicht kaputt machen von den furchtbaren Leuten, die wir hier teilweise haben. Das ist auch erschreckend für alle Leute, die hier wohnen und nicht so sind. Versucht, das nicht so an euch rankommen zu lassen. Ich bin selber aus Russland, in Schulen wurden wir anders angeguckt und auch ausgegrenzt. Am besten nicht drauf hören. Irgendwann hört’s auf."

afrob

"Weil ich hoffe, dass ihr neu anfangen könnt": Rapper Afrob

"Was kann man einem Kind sagen, dass auf der Flucht ist? Hoffen, dass es neu anfangen kann. Zeit heilt natürlich viele Wunden, aber nicht alle. Und hoffen, dass es eine Familienzummenführung geben kann, damit es sich nicht so alleine fühlt. Bekannte und Eltern kann man nicht ersetzen. Deswegen hoffe ich, dass sie gut betreut sind und dass sie auch für sich eine Perspektive sehen. Kinder sind das verwundbarste, was wir haben. Die muss man immer schützen."

elif

"Weil wir auf euch aufpassen": Musikerin Elif

tessy

"Weil ihr willkommen seid": Musiker Teesy

"Ihr seid herzlich willkommen. Das ist die Message. Wer kommen will, der soll kommen, Und ich habe auch keine Angst um meinen Platz, um mein Geld oder meinen Job."

"Weil es Motivation gibt": Rapper Motrip

"Ich möchte durch das, was ich tue, den jungen Menschen Mut machen. Ich kam 1990 nach Deutschland, bin gebürtiger Libanese, bin absolut integriert und verdiene mein Geld mit deutscher Sprache. Und ich hoffe, das ist Motivation für den ein oder anderen da draußen."


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

(lp)