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Forscher entwickeln neuen Krebsimpfstoff

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Neuer therapeutscher Krebsimpfstoff entwickelt. | BSIP via Getty Images
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Forscher weltweit suchen verzweifelt nach einem Heilmittel für Krebs. Fast täglich gibt es Meldungen über Fortschritte, dennoch lässt der große Durchbruch auf sich warten.

Doch das könnte sich jetzt ändern. Denn ein Forscherteam von der Johannes Gutenberg-Universität (TRON) in Mainz und dem deutschen Biotec-Unternehmen BioNTech hat einen neuen Krebsimpfstoff gefunden. Für den Ansatz werden weder eine Chemotherapie noch Röntgenstrahlen benötigt. Stattdessen setzt die Therapie auf die körpereigene Immunabwehr.

Das Mainzer Team hat leicht negativ geladene Nanopartikel (das sind extrem kleine Teilchen, die nur unter dem Mikroskop zu erkennen sind) entwickelt, die gezielt therapeutische Krebsimpfstoffe in bestimmte Zellen des Immunsystems transportieren, wie die Forscher in der renommierten Fachzeitschrift Nature schreiben.

Eine besonders effektiven Immuntherapie soll den Krebs besiegen

Der Fortschritt besteht darin, dass die Impfstoffe dank der Nanoteilchen direkt in die Milz gespritzt werden können - das war bis jetzt noch nicht möglich. In der Milz bilden sich die sogenannten T-Zellen. Mit der neuen Methode können die Forscher gezielt die Bildung der T-Zellen fördern.

Bei den T-Zellen handelt es sich um eine Gruppe von weißen Blutzellen, die Tumorzellen bekämpfen.

"Diese Zellen sind quasi die Instrukteure des Immunsystems. Sie präsentieren die von uns eingebrachten Antigene wie ein Fahndungsfoto. Die anderen Immunzellen kommen vorbei und schauen sich das an", sagt Krebsforscher Ugur Sahin, der die Untersuchung betreute. Die Abwehrzellen können daraufhin die Tumorzellen bekämpfen.

Für Hans-Reimer Rodewald vom Deutschen Krebsforschungszentrum, der an der Studie nicht beteiligt war, sind die Ergebnisse "enorm interessant". "Die Krebsimmunstrategie ist sehr vielversprechend und diese Studie ist ein wichtiger Bestandteil", sagt er gegenüber der Huffington Post.

Vielversprechende Studie

Eine Einschränkung gibt es allerdings: Wie bei solchen Forschungen üblich, wurde das Verfahren bisher nur an Mäusen und drei Menschen mit Schwarzem Hautkrebs getestet worden, sagte Krebsforscher Ugur Sahin, der die Untersuchung betreute. "Überraschenderweise bekamen wir bei sehr geringer Dosis sehr starke Immunantworten." Das Prinzip kann auch auf die Therapie anderer Krebsarten übertragen werden.

Immunantwort ist beeindruckend

Jolanda de Vries und Carl Figdor vom Radboud University Medical Center in Nijmegen in den Niederlanden schreiben in einem Kommentar zu den Resultaten in "Nature", dass die Immunantwort der T-Zellen der drei Patienten beeindruckend sei.

Erkenntnis für viele Bereiche einsetzbar

Sahin sagte, die Studie laufe weiter. Bislang seien alle Patienten klinisch stabil, das heißt, die Tumore wachsen nicht mehr weiter. "In einem Jahr werden wir wissen, wie wirksam die Behandlung ist", sagte er. Für Rodewald sind die aus der Studie resultierenden Erkenntnisse für viele Bereiche einsetzbar, auch im Kampf gegen Malaria.

Erst kürzlich hatten britische Forscher von einer Immuntherapie gegen Krebs berichtet, bei der sie T-Zellen aus dem Blut entnehmen und im Labor gentechnisch so verändern, dass sie Blutkrebszellen erkennen und direkt angreifen. Auch dieser Ansatz steckt noch im Versuchsstadium.


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