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Neue Gottschalk-Show verliert gegen den "Tatort"

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Thomas Gottschalk moderiert die neue RTL-Show

Überlänge, schlechte Quoten, Ego-Show... Die Premiere der neuen RTL-Sendung "Mensch Gottschalk - Das bewegt Deutschland" am Sonntagabend erntete viel Kritik. Die fast vierstündige Live-Show mit Moderatoren-Legende Thomas Gottschalk (66) bewegte die Deutschen nur wenig. Ein neues "Wetten, dass..?" - Fehlanzeige!

Neben dem Star des Programmabends, der dritten Folge des Berlin-"Tatorts", versank das neue Format im dunklen Quotentief. Zum Vergleich: Mit 8,10 Millionen Zuschauern verabschiedete sich der Sonntagskrimi in die Sommerpause, nur 2,09 Millionen Menschen verfolgten dagegen das parallel laufende "Mensch Gottschalk". Die Show der "Spiegel-TV"-Macher musste sich sogar mit dem letzten Platz der Quoten-Charts zufrieden geben.

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Offener Umgang mit der Konkurrenz

Gottschalk schien sich der Krimi-Konkurrenz im Ersten bewusst gewesen zu sein; zu Beginn der Show erlaubte er sich einen frechen Mörder-Spoiler: "Die Paula war's - die war die Täterin!", so der 66-Jährige. Um 21.44 Uhr dann der nächste Hinweis, der "Tatort" wäre jetzt vorbei. Der Sender RTL ließ sogar eine Begrüßung für die Zuschauer einblenden, die gerade umgeschaltet hatten.

"Von allem etwas und doch einzigartig", die neue RTL-Sendung ist eine "Info-Show für die ganze Familie", hieß es zuvor vom Sender. Im Mittelpunkt standen ernste Themen wie Krebs oder die Angst vor dem Terror, aber auch bunte Themen mit Gästen wie Sängerin Nena (59, "Oldschool"), die ihren neuen Song "Genau jetzt" live im Studio zum Besten gab.

Wie geht es mit der Show weiter?

Der Moderator dürfte die Kritik schon vorab gewittert haben. "Ein paar werden sagen 'Mensch Gottschalk, lass es doch endlich'", schrieb er in der "Bild am Sonntag" in einem exklusiven Gastbeitrag vor der Premiere. "Ein paar" wurde allerdings zur großen Mehrheit. RTL steht nach dem Fehlstart nun vor der Frage, ob die Show die erste und letzte bleibt, oder ob die Sendung noch eine zweite Chance bekommt. Steffen Haug, Chefredakteur von "Spiegel TV" erklärt dazu: "Wir werden nun analysieren, was die Gründe für das doch verhaltene Interesse bei der Premiere dieses ungewöhnlichen Formats waren."