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Mark Forster: "Poldi ist mein Maulwurf in der Kabine"

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Als Live-Reporter bei der EM in Frankreich dabei: Sänger Mark Forster

Mit seiner Single "Wir sind groß" liefert Mark Forster (32) den diesjährigen EM-Song für das ZDF. Doch nicht nur das: Er berichtet außerdem für einige Radiosender der ARD als Live-Reporter von der Europameisterschaft aus Frankreich. Das heißt, dass er am Sonntag im Stadion sitzen wird, wenn Deutschland das erste Vorrundenspiel gegen die Ukraine bestreitet. Eine große Ehre für den fußballbegeisterten Sänger, der aufgrund seines Heimatortes "naturgemäß Fan des 1. FC Kaiserslautern" ist. Wie es zu seinem Engagement für die Sender kam, wie sein Traumfinale aussieht und welchen Deal er mit Nationalspieler Lukas Podolski (31) hat, verrät er im Interview mit spot on news.

Ein Sänger als EM-Reporter. Wie kam das zustande?

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Mark Forster: Ich wurde einfach irgendwann gefragt. Das ist ein Experiment. Das gab es so noch nie, dass jemand sozusagen als Abgeordneter zur EM fährt, der - wenn wir mal ganz ehrlich sind - mit Profi-Fußball gar nicht so viel zu tun hat. In der E-Mail stand: "Kann sich Mark vorstellen, jedes Spiel live im Stadion anzusehen?" Den Rest habe ich gar nicht gelesen. Ich habe sofort zugesagt.

Was genau ist Ihre Aufgabe?

Forster: Ich fahre hin, sehe mir die Spiele an, schaue in die Kneipen und auf die Straßen, treffe vielleicht ein paar Spieler und berichte dann, wie ich es wahrnehme und wie die Stimmung ist. Ich weiß gar nicht genau, was ich eigentlich bin: Reporter, Experte, Abgeordneter...

Worauf von all dem freuen Sie sich am meisten?

Forster: Auf jeden Fall auf die Spiele, das ist einfach total geil. Die würde ich so zwar auch schauen, aber eben zuhause oder beim Public Viewing. Sie jetzt live im Stadion zu verfolgen wird super. Dadurch, dass ich länger vor Ort bin und das ganze Turnier erlebe, kriege ich auch die Stimmung viel besser mit. Bei der WM 2006 in Deutschland war ich den ganzen Sommer in Berlin unterwegs und habe damals schon erlebt, wie cool so ein Sommer sein kann. Und das erhoffe ich mir natürlich auch in Frankreich.

Ihre Mutter ist Polin, ihr Vater Deutscher. Am 16. Juni spielt Deutschland in der Vorrunde gegen Polen. Für wen schlägt Ihr Herz?

Forster: Ich bin nicht in Polen geboren und habe dort nie gelebt, aber durch meine Mutter fühle ich mich auf jeden Fall als halber Pole. Fußballerisch gesehen habe ich mich aber schon relativ früh für Deutschland entschieden. Eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen ist das WM-Finale 1990, als Andi Brehme - nebenbei bemerkt Spieler des 1. FC Kaiserslautern - den entscheidenden Elfmeter versenkt hat. Seitdem bin ich immer für Deutschland.

Dann hoffen Sie also auf einen Sieg für Deutschland?

Forster: Da dieses Jahr erstmals im besten Fall die ersten drei Teams der Gruppe weiterkommen, gehe ich davon aus, dass es beide Mannschaften schaffen. Wenn sie gegeneinander spielen, hoffe ich auf ein schönes Unentschieden, 2:2. Stress mit meiner Mutter würde ich aber eh nicht kriegen, die interessiert sich eher für den ESC als für die EM.

Was wäre denn Ihr Wunsch-Finale?

Forster: Da ich alle Deutschland-Spiele im Stadion sehen darf, hoffe ich natürlich noch mehr, dass Deutschland es ins Endspiel schafft. Dann könnte ich endlich mal ein EM-Finale live sehen. Es wäre sicher ein richtig geiles Finale, wenn Deutschland gegen den Gastgeber Frankreich spielt, das ist nämlich auch so eine starke junge Mannschaft.

Als EM-Reporter tragen Sie doch sicher ein Trikot - Welche Nummer wird es haben?

Forster: Ich vermeide es tatsächlich so oft wie möglich, ein Fußballtrikot anzuziehen. Man ist es aus dem Fernsehen gewohnt, dass ein Mats Hummels oder Poldi die Trikots tragen, und die haben natürlich einen anderen Body als ich. Wenn ich dann eins anziehe, ist das relativ enttäuschend. Aber wenn ich es müsste, dann würde ich natürlich das meines Kumpels Lukas Podolski mit der Nummer 10 tragen. Seit der letzten WM sind wir gut befreundet und stehen in Kontakt. Ich bin froh, dass er dabei ist.

Haben Sie mit ihm schon wegen der EM gesprochen?

Forster: Ich habe ihn letztens als meinen geheimen Maulwurf in der Kabine bei der EM engagiert. Er meinte, das geht klar. Aber nur, wenn ich ihm auf Polnisch schreibe. Das ist unsere Geheimsprache.

Wie gut ist denn Ihr Polnisch?

Forster: Mein Akzent ist gar nicht mal so schlimm, aber ich habe den Wortschatz eines höflichen Elfjährigen. Ich kann nicht fluchen und habe keinen Slang, aber ich kann mich verständigen.